Experten warnen Netanjahu vor Folgen möglicher Sanktionen

    Keystone-SDA
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    Israel,

    Mehr als 100 Wirtschaftsexperten und ehemalige Spitzenbeamte in Israel haben laut Medien «tiefe Besorgnis» über Äusserungen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ausgedrückt. Dieser hatte erklärt, Israel müsse sich auf mögliche internationale Sanktionen gegen sein Bankensystem vorbereiten und erwäge den Einsatz von Kryptowährungen, um solche Beschränkungen zu umgehen.

    ARCHIV - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht bei einem Besuch von US-Vizepräsident Vance in seinem Büro in Jerusalem. Foto: Nathan Howard/Pool The New York T...
    ARCHIV - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht bei einem Besuch von US-Vizepräsident Vance in seinem Büro in Jerusalem. Foto: Nathan Howard/Pool The New York T... - Keystone/Pool The New York Times via AP/Nathan Howard

    In einem scharf formulierten Brief warnen die Unterzeichner den Berichten zufolge, umfassende Sanktionen würden der israelischen Wirtschaft «enormen und irreversiblen Schaden» zufügen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Joel Mokyr, der 2025 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurde, und Aaron Ciechanover, Nobelpreisträger für Chemie.

    Die Unterzeichner werfen Netanjahu den Berichten zufolge vor, den Ernst der Bedrohung nicht zu begreifen, und kritisieren seinen Vorschlag als eine Lösung, die eher mit kriminellen Organisationen in Verbindung gebracht werde.

    Netanjahu hatte am Freitag dem israelischen Sender Channel 10 gesagt, er habe einen Plan in Auftrag gegeben, um Israel auf mögliche internationale Sanktionen gegen sein Bankensystem vorzubereiten. Dabei erwäge er auch den Einsatz von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie, um Finanztransaktionen an den Beschränkungen des klassischen Bankensystems vorbei abzuwickeln.

    Zentralbank warnt vor Umgehung von Sanktionen

    Auch Israels Zentralbank erteilte dem Vorstoss eine Absage. Kryptowährungen dürften nicht zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden. Stattdessen müsse die politische Führung dafür sorgen, dass die Wirtschaftsbeziehungen zu Israels wichtigsten Handelspartnern erhalten blieben.

    Israel steht international vor allem wegen seiner Politik im besetzten Westjordanland und seines Vorgehens im Gazastreifen unter Druck. Mehrere Staaten haben bereits Sanktionen gegen Siedler, Organisationen und einzelne Regierungsmitglieder verhängt. Umfassende Beschränkungen gegen das israelische Bankensystem gibt es bislang jedoch nicht.

    Ein Ausschluss vom internationalen Finanzsystem könnte die stark vom Aussenhandel und ausländischen Investitionen abhängige israelische Wirtschaft schwer treffen. Besonders der Hightech-Sektor ist auf funktionierende internationale Bankverbindungen angewiesen.

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    Kommentare

    User #3892 (nicht angemeldet)

    Experten sind bezahlte Lobbyisten

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