Iran: Müssen Misstrauen zu USA als Verhandlungspartner überwinden
Für Verhandlungen mit den USA ist nach Ansicht des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi der Aufbau von Vertrauen notwendig. «Leider haben wir unser Vertrauen in die Vereinigten Staaten als Verhandlungspartner verloren», sagte er in einem Interview des TV-Senders CNN. «Wir müssen dieses Misstrauen überwinden», sagte Araghtschi auf die Frage, wie man einen sinnvollen Verhandlungsprozess anstossen könne. Am Wochenende hatte es Anzeichen für Gespräche zwischen den Ländern inmitten wachsender Kriegssorgen gegeben.

Es gebe nun Vermittler – befreundete Länder in der Region -, die versuchten, dieses Vertrauen aufzubauen, sagte Araghtschi weiter. Sie übermitteln nach Darstellung des Ministers Botschaften zwischen den beiden Staaten und versuchen, den Boden für bedeutungsvolle Verhandlungen zu bereiten. Araghtschi bezeichnete diese Gespräche als «fruchtbar».
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende vor Journalisten ebenfalls gesagt, dass es Gespräche gebe.
Am Samstag hatte Katars Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Teheran Araghtschi sowie den Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, getroffen. Katar unterhält gute Beziehungen sowohl zur Islamischen Republik als auch nach Washington. Schon in der Vergangenheit hatte der kleine Golfstaat zwischen beiden Ländern vermittelt.
Ein Krieg wäre ein Desaster für alle, sagte Araghtschi weiter. Der Iran habe im vergangenen Krieg viele Lektionen gelernt. Er sieht sein Land nun als sehr gut vorbereitet, wie er erklärte. «Aber vorbereitet zu sein bedeutet nicht, dass wir Krieg wollen. Wir wollen einen Krieg verhindern», so Araghtschi.
In dem TV-Interview erklärte der iranische Aussenminister zugleich, dass die Rechte der Menschen, die während der jüngsten Protestwelle im Iran im Januar gegen die autoritäre Führung des Landes festgenommen worden waren, eingehalten und garantiert würden. Einen Plan für Erhängungen habe es nicht gegeben.
Trump hatte den Iran davor gewarnt, Protestierende zu exekutieren. Er drohte der Staatsführung in Teheran mehrfach mit Militärschlägen, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Kräfte gegen Demonstranten. Tausende Menschen wurden bei den Protesten getötet.










