Geistlicher: Ikonen des Höhlenklosters vor Brand gerettet
Nach dem Brand auf dem Gelände des weltberühmten Höhlenklosters in Kiew sind die alten Ikonen und anderen Heiligtümer des orthodoxen Christentums nach Kirchenangaben in Sicherheit. Es sei eine rasche Rettung liturgischer Gegenstände und der Reliquien organisiert worden, teilte Metropolit Awraamij auf Facebook mit. Sie hätten «nicht nur kirchlichen, sondern auch nationalen und universellen Wert», sagte der von der staatlich anerkannten Orthodoxen Kirche der Ukraine eingesetzte Vorsteher.

Der Geistliche dankte allen Klosterbrüdern und den anderen Beteiligten der Rettungsaktion für die Erhaltung der Kirchenschätze. Die Beseitigung der Folgen des Angriffs dauere an, sagte er. Russland hatte die Ukraine in der Nacht erneut massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen. Dabei geriet auch die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand. Sie ist die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe der Unesco zählenden Höhlenklosters.
Awraamij rief die internationale Gemeinschaft auf, sich unter den Bedingungen des andauernden Krieges für den Schutz des geistigen und kulturellen Erbes der Ukraine einzusetzen. Bei den russischen Angriffen auf Kiew wurden laut Behörden mindestens 4 Menschen getötet und 25 weitere verletzt.
Der russische Angriff führte auch zu grossen Schäden im Nationalen Oleksandr-Dowschenko-Filmstudio in Kiew. In einem der ältesten Filmstudios der Ukraine sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Kulturministerin Tetjana Bereschna bei Facebook mit. «Es wurde die grösste und älteste Kostümsammlung der Ukraine vernichtet. Im Studio befanden sich rund 100.000 Kostüme und 3 Millionen verschiedene Bekleidungsstücke», sagte Bereschna, die auch stellvertretende Regierungschefin ist.
Neben der Kostümwerkstatt seien weitere Gebäude des Filmstudios beschädigt worden. Benannt ist die zu Sowjetzeiten gegründete Filmproduktionsstätte nach dem ukrainischen Regisseur Oleksandr Dowschenko (1894-1956).
«Russland greift weiterhin gezielt nicht nur die zivile Infrastruktur und die Zivilbevölkerung an, sondern auch kulturelle Einrichtungen, die die ukrainische Identität, das Gedächtnis und die Geschichte bewahren», sagte die Ministerin. «Die Zerstörung kultureller Zentren ist ein Versuch, dem Gedächtnis, der Geschichte und der Eigenständigkeit des ukrainischen Volkes einen Schlag zu versetzen.»










