G7-Gipfel in Evian auf Trump zugeschnitten
Beim G7-Gipfel im französischen Evian dreht sich fast alles um Trump. Heikle Themen wurden gestrichen, sogar das Datum wurde verschoben.

Beim G7-Gipfel im französischen Kurort Evian steht Trump im Mittelpunkt aller Überlegungen. Themen, die ihn reizen könnten, wurden laut dem «ORF» von der Agenda gestrichen – etwa der Kampf gegen den Klimawandel.
Sogar das Datum des Treffens wurde Trump zuliebe verschoben. Grund war seine Geburtstagsfeier mit einer Kampfsport-Show vor dem Weissen Haus am 14. Juni.
Sollte Trump diesmal bis zum Ende des Treffens bleiben, winkt ihm ein Abendessen im Schloss Versailles. Beim G7-Gipfel in Kanada im Vorjahr war er überraschend früher abgereist, berichtet der «ORF».
Eklat als reales Szenario am G7-Gipfel
Der französische Politologe Pascal Boniface, Gründer des Strategieinstituts Iris, sieht das Risiko eines Eklats als real an. Gegenüber dem «SRF» erklärte er, Trumps «tumultuöses Temperament» erhöhe die Gefahr – erst recht, weil Trump innenpolitisch unter Druck stehe.
Boniface betonte dabei die grundsätzliche Bedeutung solcher Treffen. «Es gibt derzeit in der Welt ganz gewiss nicht zu viel, sondern zu wenig Diplomatie», sagte er.
Beim Schlüsselthema künstliche Intelligenz erwartet Boniface laut «SRF» keinerlei Einigung. Trump wolle alles einfach laufen lassen, Europa hingegen fordere dringend Regeln.
Weinzölle und Ukraine beim G7-Gipfel
Frankreichs Digitalsteuer für US-Technologiekonzerne sorgte kurz vor Gipfelbeginn für Aufruhr. Trump drohte laut dem «ORF» mit einem Zollaufschlag von 100 Prozent auf französischen Wein, sollte Frankreich die Steuer nicht abschaffen.
Frankreich will die USA beim G7-Gipfel dazu bringen, die Russland-Verhandlungen neu zu beleben. Dabei soll Kiew nicht zu weitgehenden Zugeständnissen gezwungen werden, wie «web.de» berichtet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist ebenfalls nach Evian eingeladen. Die Europäer wollen laut dem «ORF» verhindern, dass Trump wegen des Iran-Konflikts das Interesse an der Ukraine verliert.
Proteste und massive Sicherheitsvorkehrungen
Am Sonntag kam es in Genf bereits zu Ausschreitungen, wie der «ORF» meldete. Demonstrierende bewarfen Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein.
Laut Polizeiangaben wurden mehrere Gebäude in Mitleidenschaft gezogen. Darunter der Sitz der Internationalen Fernmeldeunion sowie mehrere Bankfilialen.
Rund 16'000 Sicherheitskräfte sind auf französischer Seite im Einsatz. Die Schweiz beteiligt sich mit rund 4000 Soldaten, da die Staatsgäste in Genf landen.















