«Feindseliges Signal»: Trump fährt Militärübungen mit Südkorea zurück

Keystone-SDA
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USA,

US-Präsident Donald Trump lässt das bevorstehende Militärmanöver mit Südkorea verkleinern und begründet dies mit seiner guten Beziehung zu Kim Jong Un.

Donald Trump Kim Nordkorea
Donald Trump spricht immer wieder von Fortschritten im Konflikt und eine gute Beziehung zu Kim Jong Un. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump verkleinert Militärmanöver mit Südkorea wegen guter Beziehung zu Kim.
  • Er deutet an, dass gemeinsame Übungen mit Südkorea künftig ganz entfallen könnten.
  • Die USA halten trotz Trumps Vorstoss an der nuklearen Abrüstung Nordkoreas fest.

US-Präsident Donald Trump will mit Verweis auf seine «sehr gute Beziehung» zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine unmittelbar bevorstehende gemeinsame Militärübung mit Südkorea deutlich kleiner ausfallen lassen. Zudem liess er durchklingen, dass die seit Jahren üblichen Manöver mit den südkoreanischen Streitkräften künftig auch ganz entfallen könnten.

Er sei nicht glücklich darüber, dass die USA vor langer Zeit solchen gemeinsamen Übungen zugestimmt hätten, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Diese sendeten ein «völlig unangemessenes und feindseliges Signal» an ein Land, das – solange er Präsident gewesen sei – keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe.

«Deshalb, und weil es zu spät für eine Absage ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren!»

Südkorea und USA trainieren jährlich zusammen

Trumps Ankündigung schien ein Affront gegen den engen Verbündeten Südkorea zu sein, der ähnlich wie Nato-Partner in Europa auf den militärischen Schutz durch die USA zählt. Zudem schien Trump damit ausgerechnet dem international isolierten Machthaber Nordkoreas einen Gefallen zu tun.

Kim droht Südkorea immer wieder mit militärischer Gewalt und bezeichnet den Süden als «Hauptfeind». Pjöngjang baute seit Trumps erster Amtszeit sein Atomarsenal aus, zudem unterstützt Nordkorea Russland im Kampf gegen die Ukraine mit Munition und der Entsendung Tausender Soldaten.

In einer ersten Stellungnahme teilte das Präsidentenbüro in Seoul vage mit, dass sich Südkorea und die USA eng bei den gemeinsamen Militärübungen koordinieren würden. Ob Trump seine Ankündigung jedoch vorher mit der Regierung abgesprochen hat, wird in südkoreanischen Medien offen angezweifelt.

Tausende Soldaten üben

Südkorea und die USA trainieren jährlich zusammen, um die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit zu festigen. Heute begann die neueste Auflage des Manövers, an dem Tausende Soldaten beider Staaten beteiligt sind.

Wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wird das sogenannte «Ulchi Freedom Shield» diesmal nur 14 Feldübungen beinhalten – drei Feldübungen weniger als noch im vergangenen Jahr. Die Reduktion geht laut Yonhap auf Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der ebenfalls wie Trump eine diplomatische Annäherung mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sucht.

Trump: Wir zahlen für Grossteil der Übungen

Erst am Samstag hatte Trump ein Bild von sich Seite an Seite mit Nordkoreas Machthaber verbreitet und das gute Verhältnis zu Kim betont. In seinem neusten Post betonte er auch, dass die Militärübungen kostspielig seien und ein Grossteil dieser Kosten von den USA getragen werde. Trump erwähnte zudem, dass Südkorea kürzlich seine Bitte abgelehnt habe, sich den Bemühungen um eine Denuklearisierung des Irans anzuschliessen.

Macht dir Trumps Nähe zu Nordkorea Sorgen?

Der US-Präsident suchte in der Vergangenheit immer wieder Kontakt zu Nordkoreas Machthaber und traf ihn während seiner ersten Amtszeit mehrfach zu Gesprächen. Bei einem Gipfeltreffen in Hanoi im Jahre 2019 reiste Kim nach einem diplomatischen Eklat vorzeitig ab. Als Trump in seiner zweiten Amtszeit im Herbst 2025 auf Asien-Reise unterwegs war, äusserte er Interesse an einem weiteren Treffen mit Kim, das seither aber nicht zustande kam.

US-Regierung hält an nuklearer Abrüstung von Nordkorea fest

Bislang hält die US-Regierung an ihrem erklärten Ziel fest, Nordkorea nuklear vollständig abzurüsten. Das weitgehend abgeschottete Land wird wegen seines Atomprogramms mit weitreichenden UN-Sanktionen sowie zusätzlichen US-Sanktionen belegt.

So ist es Nordkorea gemäss Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische Raketen abzufeuern. Dass es zuletzt trotzdem erneut mehrere Raketentests gab, werteten Experten als Machtdemonstration und Zeichen des Protests gegen die jährlichen Militärübungen der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte.

Kommentare

User #4661 (nicht angemeldet)

Trump quatscht er habe eine sehr gute Beziehung zu Kim Jong Un. Wie verwirrt muss er sein, dass er einen solchen Blödsinn von sich gibt und seine Verbündeten in Südkorea verärgert?

User #6230 (nicht angemeldet)

Trump ist ein Stratege. Wenige verstehen seine Strategie. Ihm kanns egal sein.

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