Europol verstärkt Kampf gegen Migranten-Schleuser
Europa will den Kampf gegen internationale Schleuserbanden verstärken und eröffnete bei Europol ein neues Zentrum gegen Migranten-Schleuser. Es befindet sich am Sitz der europäischen Polizeibehörde in Den Haag und arbeitet eng mit der europäischen Grenzbehörde Frontex zusammen

«Migranten-Schmuggel ist heute ein globales, digitales und sehr gewinnträchtiges Geschäft geworden», sagte Europol-Chefin Catherine De Bolle in Den Haag. Es gehe um eine schwere Form des organisierten Verbrechens.
Nach Angaben von Europol gefährden Schleuser-Netzwerke jedes Jahr das Leben von Hunderttausenden Menschen. Sie agierten sowohl online als auch offline, sagte die Europol-Chefin. Sie würden auch immer gewalttätiger. «Den Netzwerken geht es nur um Profit, für sie sind Migranten keine Menschen, sondern eine Ware.»
Migranten müssten bis zu 20.000 Euro für die oft lebensgefährliche Reise bis nach Europa bezahlen. Die Milliarden Euro Gewinne werden nach Angaben von Europol in Kryptowährungen angelegt. Damit würden wieder andere kriminelle Aktivitäten finanziert.
Etwa 90 Prozent der Migranten, die auf nicht regulärem Wege in die EU kommen, hatten Hilfe von Menschenschmugglern, sagte EU-Innenkommissar Magnus Brunner. Es sei eine «perfide Form der organisierten Kriminalität, die von der Verzweiflung illegaler Migranten profitiert».
Das neue Zentrum soll nationale Ermittlungen koordinieren und eng mit internationalen Partnern zusammenarbeiten. Schwerpunkte sollen Datenanalyse und finanzielle Ermittlungen sein, um Geldströme der Netzwerke aufzuspüren und ihr Geschäftsmodell zu zerschlagen.
Seit zehn Jahren unterstützt Europol die nationalen Behörden im Kampf gegen Menschenschmuggel. Im vergangenen Jahr haben die Experten fast 200 Einsätze gegen Schleuserbanden koordiniert.













