Europa zwischen Erleichterung und Sorge nach Midterms
Europa hofft nach Trumps Midterms-Niederlage auf einen Kurswechsel. Experten warnen jedoch vor mehr Druck aus Washington.

Laut «ZDFheute» herrscht im Brüsseler Regierungsviertel grosse Freude über Donald Trumps Niederlage bei den Midterms. Die Analyse der beiden Korrespondenten beschreibt drei Szenarien, die in Europa nun intensiv diskutiert werden.
René Repasi, Vorsitzender der SPD-Gruppe im Europaparlament, freut sich über das Ergebnis, mahnt aber zur Vorsicht. Er sagt, Trump bleibe Präsident, und Europa dürfe die Niederlage nicht mit dem Ende seiner Politik verwechseln.
David McAllister (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, sieht eine Gefahr für die Ukraine. Er erklärt: «Wenn Präsident und Kongress einander blockieren, droht ein Machtkampf auf Kosten der Ukraine.»
Experten dämpfen die Hoffnungen für Europa
Stormy-Annika Mildner, Direktorin des Aspen Institute Germany, dämpft laut «GMX» die Hoffnungen nach der Wahl. Sie sagt, der Präsident habe viel Spielraum in der Aussenpolitik: «Die Wahlergebnisse sind für Europa keine Entwarnung.»
Brandon Bohrn, Transatlantik-Experte der Bertelsmann-Stiftung, hält eine stärkere Hinwendung Trumps zur Aussenpolitik für möglich. Besonders sorge ihn, dass Washington gegenüber Russland nachgiebiger werde und auf eine Einigung im Ukraine-Krieg dränge.
Armin Laschet (CDU), Vorsitzender des Aussenausschusses im Bundestag, äussert Bedenken zu Trumps weiterem Kurs. Er sagt: «Vielleicht tritt Donald Trump auf der internationalen Bühne sogar noch aggressiver auf, weil er dort Gestalter bleiben kann.»
Nato-Sitzung in Brüssel
EU-Beamte befürchten laut «Euronews», dass Trump wegen des Widerstands im Kongress nun mehr auf die Aussenpolitik setzt.

Ein EU-Diplomat sagt zudem, die Stimmung sei ziemlich realistisch und niemand erwarte ein Verschwinden der aktuellen Herausforderungen.
EU-Diplomaten sehen die Chance, dass der Kongress den Druck auf Trump bei der Ukraine-Hilfe erhöht. Heute tagt in Brüssel eine Nato-Sitzung auf Arbeitsebene, nächste Woche folgen Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi.












