EU-Mittelmeer-Mission «Sophia» darf weiter keine Flüchtlinge retten

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    Belgien,

    Die EU-Mittelmeermission «Sophia» wird vor Libyen vorerst weitere keine Flüchtlinge retten.

    Flüchtlinge im Mittelmeer
    Flüchtlinge im Mittelmeer - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Einsatz bleibt nach Verlängerung um sechs Monate ohne Schiffe.

    Die EU-Staaten einigten sich am Donnerstag auf die Verlängerung des Marineeinsatzes um sechs Monate bis zum 31. März 2020, wie die Nachrichtenagentur AFP aus EU-Kreisen erfuhr. Schiffe hat «Sophia» aber weiter nicht mehr zur Verfügung. Die Überwachung des Seegebiets auf der Flüchtlingsroute nach Italien erfolgt mit Flugzeugen und Drohnen lediglich aus der Luft.

    Die Verlängerungsentscheidung sei einstimmig durch die für Sicherheitspolitik zuständigen EU-Botschafter getroffen worden, hiess es von Diplomaten und EU-Vertretern übereinstimmend in Brüssel. Die Entscheidung müsse zwar noch formal in anderen Gremien gebilligt werden, Änderungen würden aber nicht mehr erwartet.

    Die EU-Marinemission «Sophia» war 2015 auf den Höhepunkt der Flüchtlingskrise zum Vorgehen gegen Schleuser vor Libyen gegründet worden. An ihr war auch die Bundeswehr beteiligt. Im März diesen Jahres wurden aber ihre Schiffe abgezogen, weil die italienische Regierung nicht mehr bereit war, durch «Sophia» gerettete Flüchtlinge aufzunehmen. Im Zuge der Mission waren 45.000 Flüchtlinge nach Italien gebracht worden.

    Ob sich die Position Italiens unter der neuen Regierung ohne Beteiligung der fremdenfeindlichen Lega-Partei ändert, dürfte von laufenden Verhandlungen über einen Verteilungsmechanismus für ankommende Flüchtlinge abhängen. Darüber beraten derzeit mehrere EU-Staaten mit Rom, darunter Deutschland und Frankreich. Das System zur Verteilung ist Hauptthema eines Treffens mehrerer EU-Innenminister am 23. September in Malta.

    Nach italienischen Presseberichten soll der Mechanismus einen festen Schlüssel vorsehen, nach dem die ankommenden Flüchtlinge verteilt würden. Deutschland und Frankreich würden demnach je ein Viertel der Migranten übernehmen, Italien zehn Prozent. Ein Diplomat sagte zu den Berichten, Zahlen stünden noch nicht fest und hingen auch davon ab, wieviele weitere EU-Staaten sich an dem Verteilungsmechanismus beteiligen.

    Sollte die Verteilungsfrage geregelt sein, könnten theoretisch relativ schnell wieder auch «Sophia»-Schiffe eingesetzt werden, hiess es in Brüssel. Eine Mandatsänderung für ihren Einsatz sei dafür nicht nötig. Es reiche ein normaler Beschluss der EU-Staaten aus.

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