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    EU droht Lukaschenko mit neuen Sanktionen

    Keystone-SDA
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    Belgien,

    Pünktlich zum Jahrestag der als gefälscht kritisierten Wiederwahl Alexander Lukaschenkos droht die EU mit weiteren Sanktionen gegen den Machthaber.

    Ein Jahr Proteste in Belarus
    ARCHIV - 14.09.2020, Russland, Sotschi: Der Video-Screenshot zeigt Staatschef Wladimir Putin beim Treffen mit Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, der sich während des Gesprächs Notizen macht. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Belarus habe laut der EU weitere internationale Normen infrage gestellt.
    • Deshalb ziehe die Union weitere Massnahmen gegen das Regime in Betrachtung.

    Die Europäische Union hat dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zum Jahrestag seiner als gefälscht kritisierten Wiederwahl zusätzliche Sanktionen angedroht. «Die EU ist bereit, angesichts der eklatanten Missachtung internationaler Verpflichtungen durch das Regime weitere Massnahmen in Erwägung zu ziehen», erklärte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag im Namen der 27 Mitgliedstaaten.

    Mit dem Ausnutzen von Migranten für politische Zwecke und der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs habe Belarus weitere internationale Normen infrage gestellt.

    Press conference after EU foreign affairs Council Meeting in Brussels
    Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell. - keystone

    Borrell spielte damit unter anderem darauf an, dass an der Grenze des EU-Mitglieds Litauens zu Belarus (ehemals: Weissrussland) allein im Juli mehr als 2000 illegale Grenzübertritte registriert wurden. Aus EU-Sicht wird dies gezielt von der Regierung in Minsk betrieben. Lukaschenko hatte offen damit gedroht, als Reaktion auf die EU-Sanktionen Menschen aus Ländern wie dem Irak, Afghanistan oder Syrien passieren zu lassen.

    Jahrestag der «Wiederwahl»

    Die EU veröffentlichte die Erklärung zum Jahrestag der Präsidentenwahl in der ehemaligen Sowjetrepublik am 9. August vergangenen Jahres. Danach war Lukaschenko trotz massiver Vorwürfe wegen Wahlfälschung zum Sieger erklärt worden. Massenproteste liess er mit Gewalt niederschlagen. Wegen der Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Opposition verhängte die EU in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Sanktionen.

    Zuletzt gab es nach der Festnahme des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch auch Wirtschaftssanktionen. Behörden in Belarus hatten eine europäische Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius in Litauen zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen, um den Lukaschenko-Kritiker verhaften zu können. Die EU forderte am Sonntag auch die Freilassung von mehr als 600 politischen Gefangenen sowie freie und faire Wahlen.

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