Ecuadors Ex-Präsident Moreno wegen Korruption verurteilt
Ecuadors Ex-Präsident Lenín Moreno ist wegen Bestechlichkeit zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er habe im Zusammenhang mit der Vergabe und Finanzierung des Wasserkraftwerks Coca Codo Sinclair als damaliger Vizepräsident zugunsten des chinesischen Konzerns Sinohydro eingegriffen, teilte der Oberste Gerichtshof Ecuadors mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden, sodass Moreno zunächst nicht ins Gefängnis muss.

Im sogenannten Sinohydro-Fall geht es um den Auftrag für das mehr als zwei Milliarden US-Dollar teure Wasserkraftwerk, das vom chinesischen Konzern Sinohydro gebaut wurde und zu den grössten Infrastrukturprojekten Ecuadors zählt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft flossen in dem Zusammenhang 76,1 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern. Mehr als 1,1 Millionen US-Dollar gingen demnach an Morenos Familienkreis, wie die Zeitung «El Universo» unter Berufung auf das Gericht berichtete.
Das Wasserkraftwerk Coca Codo Sinclair liegt im Amazonasgebiet an der Grenze der Provinzen Napo und Sucumbíos und ist mit einer Leistung von 1.500 Megawatt das grösste Wasserkraftwerk Ecuadors. Es deckt nach Angaben des staatlichen Energieunternehmens CELEC rund 30 Prozent des nationalen Strombedarfs.
Insgesamt 20 Angeklagte verurteilt
Moreno war von 2007 bis 2013 Vizepräsident unter dem damaligen Präsidenten Rafael Correa. Von 2017 bis 2021 war er selbst Präsident Ecuadors. Er weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politische Vergeltung.
Neben Moreno wurden 19 weitere Angeklagte verurteilt. Das Gericht wertete nach eigenen Angaben mehr als 300 Beweismittel aus Zeugenaussagen, Gutachten und Dokumenten aus. Zudem ordnete es unter anderem die Rückzahlung des doppelten oder dreifachen Werts der erhaltenen Beträge sowie öffentliche Entschuldigungen an.














