Deutschland und Marokko stecken in einer diplomatischen Krise. Nun empfängt Deutschland Entspannungssignale aus der marokkanischen Hauptstadt Rabat.
Ein saharischer Demonstrant hält eine Fahne der Republik Sahara. Symbolbild. Foto: Alvaro Barrientos/AP/dpa
Ein saharischer Demonstrant hält eine Fahne der Republik Sahara. Symbolbild. Foto: Alvaro Barrientos/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Marokko rief im Mai seine Botschafterin in Berlin zu Konsultationen zurück.
  • Die Regierung brachte so ihren Ärger über die deutsche Aussenpolitik zum Ausdruck.
  • Nun empfängt Deutschland Entspannungssignale – und begrüsst diese.

Deutschland hat die Entspannungssignale aus Marokko in der diplomatischen Krise zwischen den beiden Ländern begrüsst. Die diplomatischen Vertretungen in Rabat und Berlin sollten so schnell wie möglich zu ihren «üblichen, professionellen Kommunikationskanälen» zurückkehren. Dies hiess es am Donnerstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.

Es gelte jetzt, im Dialog die deutsch-marokkanischen Beziehungen nach vorne auszurichten. Marokko hatte im Mai aus Ärger über die deutsche Aussenpolitik seine Botschafterin in Berlin zu Konsultationen zurückgerufen.

Rückkehr zu normaler diplomatischer Vertretung?

Hintergrund war unter anderem der Streit um die Westsahara, die Marokko für sich beansprucht. Deutschland habe wiederholt feindselig gegen die höheren Interessen Marokkos gehandelt, hiess es. Das Auswärtige Amt teilte damals mit, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar.

An diesem Mittwoch erklärte Marokkos Aussenministerium dann: «Positive Äusserungen» der neuen Bundesregierung seien geeignet, eine Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen zu gestatten. Ebenso wie eine Rückkehr zu einer normalen diplomatischen Vertretung. Damit bezog es sich offenbar auf einen kürzlich auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes veröffentlichten Artikel. Dieser würdigt Marokko unter anderem als «ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd».

Trump bestätigte Marokkos Souveränität über Westsahara

Der Gebietsanspruch Marokkos auf die südlich der Landesgrenze gelegenen Westsahara wird international nicht anerkannt. Allerdings bestätigte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump im Dezember Marokkos Souveränität über die Region. Deutschland kritisierte diese Entscheidung und berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats dazu ein.

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