CIA-Chef John Ratcliffe zu Gesprächen in Moskau
Der CIA-Chef John Ratcliffe reiste zu Gesprächen nach Moskau. Über die Inhalte schweigen beide Seiten, mehrere Szenarien gelten als möglich.

CIA-Direktor John Ratcliffe ist am Dienstag zu Gesprächen nach Moskau gereist. Es ist laut dem «Tagesspiegel» sein erster bekannter Besuch dort seit seinem Amtsantritt 2025.
Der Kreml bestätigte die Reise am Mittwoch und sprach von Kontakten zwischen den Geheimdiensten. Ein Treffen zwischen Ratcliffe und Präsident Wladimir Putin habe es nicht gegeben.
Über die konkreten Gesprächsinhalte machten die russischen Behörden keine Angaben. Auch die US-Seite äusserte sich laut der «Zeit» bislang nicht zum Zweck der Reise.
CIA Moskau: Flugzeug löste Spekulationen aus
Aufmerksam wurde der Besuch zunächst durch eine amerikanische Militärtransportmaschine am Moskauer Flughafen Wnukowo. Eine Boeing C-17 war zuvor von der US-Luftwaffenbasis Andrews über Riga nach Moskau geflogen.
Zunächst erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow, ihm lägen keine Informationen über die Maschine vor. Später bestätigte er Ratcliffes Aufenthalt und die Kontakte zu russischen Geheimdienstvertretern, wie die «Tagesschau» berichtet.
Ratcliffe reiste demnach bereits am Dienstagabend wieder in Richtung Riga ab. Während seines Aufenthalts gab es nach Angaben der «Zeit» keine ukrainischen Drohnenangriffe auf russisches Gebiet.
Ukraine-Krieg als mögliches Gesprächsthema
Über mögliche Inhalte gibt es bislang lediglich Spekulationen. Demnach könnte Ratcliffe mit Russland über eine weitere Eskalation des Ukraine-Krieges gesprochen haben.
Der Krieg dauert an, während die gegenseitigen Angriffe zuletzt deutlich zugenommen haben. Der «Tagesspiegel» verweist deshalb auf Experten, die eine mögliche russische Eskalation gegenüber Nato-Staaten thematisieren.
Auch eine mögliche russische Mobilmachung nach der Parlamentswahl im September wird in diesem Zusammenhang genannt. Peskow wies entsprechende ukrainische Geheimdienstangaben jedoch als Falschinformation zurück.
Iran als weiteres mögliches Thema
Auch ein Zusammenhang mit dem Iran-Krieg wird von Experten als möglich angesehen. Dabei betont die «Tagesschau» die strategische Partnerschaft zwischen Russland und Iran sowie iranische Drohnenlieferungen.
Zudem hatte die US-Regierung Staaten mit Sanktionen gedroht, die ihre Handelsbeziehungen mit Iran fortsetzen. Ob diese Frage tatsächlich Gegenstand der Gespräche war, ist jedoch nicht bekannt.

Als weiteres mögliches Thema wird ein Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA genannt. Die CIA war demnach bereits an früheren Freilassungen beteiligt, darunter bei Ksenia Karelina und Evan Gershkovich.
CIA-Chef Ratcliffe ohne Treffen mit Putin in Moskau
In Russland befindet sich unter anderem der 73-jährige US-Bürger Stephen Hubbard in Haft. Moskau wirft ihm Söldnertum in der Ukraine vor.
Der direkte Austausch zwischen den Geheimdiensten besteht trotz der angespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter. Peskow bezeichnete die Kontakte laut dem «Tagesspiegel» als positive Entwicklung.
Ratcliffes aktueller Besuch verlief dagegen ohne persönliches Treffen mit dem russischen Präsidenten. Welche konkreten Themen tatsächlich verhandelt wurden, bleibt vorerst unter Verschluss.
















