Bündner Behörden trotz Kritik zufrieden mit Wolfsabschüssen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Chur,

Jäger und Wildhüter des Kantons Graubünden haben während der sogenannten Regulierungsphase von September bis Januar 35 Wölfe getötet. Das sind 13 Wölfe weniger als im Vorjahr. Die Behörden zeigen sich auf Anfrage zufrieden, doch es hagelt Kritik.

Wölfe in einem Gehege
Wölfe in einem Gehege - dpa/AFP/Archiv

Getötet wurden 32 Wölfe aus zehn Rudeln, wie das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) des Kantons Graubünden am Dienstagmorgen schrieb. Zudem seien drei Einzelwölfe wegen Verhaltensauffälligkeiten erlegt worden. «Obschon wir den Abschussplan ganz erfüllen wollten, sind wir damit sehr zufrieden», sagte der Co-Leiter des AJF, Adrian Arquint, auf Anfrage von Keystone-SDA. Eigentlich hätten die Behörden mehr Wölfe schiessen dürfen, doch die Rahmenbedingungen mit wenig Schnee und der resultierenden grösseren Verteilung der Beute- und Raubtiere seien etwas schwierig gewesen.

Das Ziel sei eine Koexistenz zwischen Mensch und Wolf – den Bestand wolle man nicht gefährden, betonte Arquint weiter. Der Verein Wolfs-Hirten hingegen wirft dem Kanton eine Zurückdrängung der Population vor. «Ganze Wolfsfamilien wurden kollektiv bestraft und gezielt Welpen getötet», schrieb der Verein in einer Mitteilung am Dienstagmorgen.

«Es braucht eine Regulierung bei den Wölfen, wie auch bei anderen Tieren», so Arquint weiter. Die Konflikte müssen auf ein tragbares Mass reduziert werden können. Dem pflichtete auch die zuständige Regierungsrätin Carmelia Maissen bei: Die Ausbreitung der Raubtiere habe in der Landwirtschaft für grosse Konflikte gesorgt. Die Regulierung trage zu einem akzeptablen Zustand bei, sagte sie zu Keystone-SDA. Doch das Wolfsmanagement bedürfe in naher Zukunft einer Weiterentwicklung, so Arquint: «Es braucht schnelleres Handeln und weniger administrative Hürden.»

Doch sollen auch langfristige Erfahrungen der Abschüsse bei den Wölfen selbst und Auswirkungen auf andere Wildtiere und ihre Umwelt ins Management einfliessen. Dies sei aber noch zu früh, war es doch erst die zweite Regulierungsphase, in der die Kantone präventive Abschüsse auf Grundlage des revidierten Jagdgesetzes ausführen durften. Die Wolfs-Hirten hingegen kritisieren den Kanton dafür, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zu wenig einfliessen zu lassen. Politische Interessen würden den Diskurs überlagern.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #9624 (nicht angemeldet)

Bald gibt es einen neuen Beruf. Wolfsjäger! Es ist absolut erbärmlich, was die Schweiz da aufführt! Ich glaube an Karma!

Wolverine

Ich bin nicht gegen eine Regulierung des Wolfes, aber das was hier passiert ist eine Schande. Mit dem Verlauf der Schädlingsbekämpfung zufrieden.??! Wenn man halt nur nach der Politik der Geizkragen tanzt, denkt man so arrogant und kurzfristig und kurzsichtig. Super Leistung. Selbstverständlich im Negativen Sinn.👎 Von wissenschaftlichen Erkenntnissen noch nie etwas gehört und gesehen. Lernfähig und Lernresistent beginnen beide mit L , nur ersteres ist zielführend, Intelligent? Mitnichten!!!! Zu oberst wurde die Büchse der Pandorra geöffnet, und nach unten können Sie die Gesetzesverdrehung weiter fortsetzen. Denk dran Jäger; ihr alle dran beteiligten, werde der Sündenbock sein. Sollte das ganze einmal rechtlich geklärt werden. Und Warum ? Weil grundsätzlich habt ihr geschossen, sprich die Waffe in der Hand gehabt. Die Politiker werden sich vor der Verantwortung drücken, wie üblich.

Weiterlesen

Arzt
614 Interaktionen
«Kritisch»

MEHR AUS GRAUBüNDEN

9 Interaktionen
Graubünden
EHC Arosa
Eishockey
EHC Chur
Eishockey
Peter Spuhler
139 Interaktionen
Bundesgericht