EU

    Brüssel fordert EU-Staaten zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge auf

    AFP
    AFP

    Belgien,

    Die EU-Kommission hat die EU-Länder dazu aufgefordert, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Lagern auf griechischen Insel bei sich aufzunehmen.

    EU
    Innenkommissarin Ylva Johansson. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • EU-Innenkommissarin Johansson will nach Ostern eine neue Asylreform vorstellen.
    • Sie ruft die EU-Staaten dazu auf, minderjährige Flüchtlinge bei sich aufzunehmen.

    «Ich rufe alle Mitgliedstaaten dazu auf, diese Kinder und Jugendlichen willkommen zu heissen». Dies sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Dienstag im EU-Parlament. Die Schwedin kündigte zudem einen neuen Vorschlag für eine Asylreform für «nach Ostern» an.

    Untragbare Zustände

    Die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln gelten seit langem als untragbar. Am Montag hatte sich die Bundesregierung bereit erklärt, zusammen mit anderen EU-Staaten 1500 unbegleitete Minderjährige aus diesen Lagern aufzunehmen. Neben Deutschland haben laut Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Frankreich, Portugal, Luxemburg und Finnland Bereitschaft signalisiert.

    Migranten
    Ein Mann mit Krücken geht an einem Flüchtlingslager vorbei, das in der Nähe des türkisch-griechischen Grenzübergangs Pazarkule errichtet wurde. Mehr als 40 000 Grenzübertritte will Griechenland verhindert haben, seitdem Tausende Migranten an der türkischen EU-Grenze auf Chancen zur Einreise warten. - dpa

    Ein Drittel der in Griechenland ankommenden minderjährigen Flüchtlinge sei unbegleitet unterwegs, sagte Johansson. «Viele von ihnen verschwinden aus den Auffanglagern und wir wissen nicht, wo sie sind». Es sei zu befürchten, dass sie in die Hände von Kriminellen geraten. Gemeinsam mit Kommissionschefin von der Leyen arbeite sie nun an «neuen Wegen», um diese Minderjährigen zu schützen.

    Dublin-Vereinbarung funktioniert nicht

    Ein grundsätzliches Problem sei allerdings, dass es kein funktionierendes gemeinsames Migrations- und Asylsystem gebe, sagte die Schwedin. «Wir sind nicht gut genug vorbereitet.»

    Migranten
    Ein kleines Mädchen steht vor einem Zelt in einem Flüchtlingslager, das in der Nähe des türkisch-griechischen Grenzübergangs Pazarkule errichtet wurde. Ein Grossteil der Migranten stammt aus Eritrea, Afghanistan, der Türkei, Algerien und Syrien. - dpa

    Momentan gilt in der EU noch die sogenannte Dublin-Vereinbarung. Nach dieser müssen Flüchtlinge in dem Land bleiben und einen Asylantrag stellen, in dem sie als erstes europäischen Boden betreten. Dies belastet insbesondere Länder an den Aussengrenzen wie Griechenland.

    Eine EU-Asylreform war in den vergangenen Jahren immer an der Frage der Flüchtlingsaufnahme gescheitert. Vor allem die osteuropäischen Visegrad-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn wehren sich gegen eine verpflichtende Aufnahme. Sie habe «konstruktive» Dialoge dazu geführt und sei «zumindest optimistischer als zuvor», sagte Johansson nun. Nach Ostern werde sie einen neuen Anlauf für eine Reform unternehmen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Coronavirus Lesbos
    63 Interaktionen
    RTL berichtet
    73 Interaktionen
    Mit der Türkei
    Griechenland Grenze
    2 Interaktionen
    Athen/Ankara/Brüssel
    Leapmotor B03X
    104 Interaktionen
    Nur 23’900 Franken

    MEHR IN POLITIK

    27 Interaktionen
    Kiew
    trump fox news usa
    7 Interaktionen
    Nuuk

    MEHR EU

    16 Interaktionen
    Brüssel
    Mark Carney
    45 Interaktionen
    Montreal
    Kanada EU
    11 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    27 Interaktionen
    Montreal/Brüssel

    MEHR AUS BELGIEN

    cyber
    39 Interaktionen
    Bis 50 Grad
    Bart De Wever
    Brüssel
    11 Interaktionen
    Brüssel/Stockholm