Ausschreitungen bei Protesten in Bolivien - Verletzte
Bei Protesten in der bolivianischen Hauptstadt La Paz ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen regierungskritischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Mehrere Personen, darunter auch Polizisten und Journalisten, wurden bei den Ausschreitungen am Montag (Ortszeit) verletzt, wie bolivianische Medien unter Berufung auf Regierung und Polizei berichteten.
Die Demonstranten, darunter neben Bergbauarbeitern, Landwirten und Lehrern auch Anhänger des ehemaligen Staatschefs Evo Morales, hätten versucht, sich gewaltsam Zugang zum Hauptplatz der Stadt vor dem Regierungspalast zu verschaffen. Es seien Steine und Feuerwerkskörper geworfen worden, die Polizei habe mit Tränengas geantwortet. Autos seien in Brand gesetzt und mehrere öffentliche Einrichtungen gestürmt und geplündert worden. Mindestens 95 Menschen seien festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur ABI unter Berufung auf die Polizei.
Die Proteste dauern bereits seit mehr als zwei Wochen an. Strassensperren rund um La Paz führen mittlerweile zudem zu einem Mangel an Lebensmitteln und Treibstoff in der Metropole. Einige der Demonstranten protestieren gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und fordern Lohnerhöhungen, andere wollen den Rücktritt des Präsidenten erreichen. Das südamerikanische Land steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die immer wieder Proteste auslöst.
Präsident Rodrigo Paz ist seit November im Amt. Er gehört der christdemokratischen Partei Partido Demócrata Cristiano an, die der politischen Mitte zugeordnet wird. Sein Wahlsieg führte zum Ende einer fast zwei Jahrzehnte währenden Ära linker Regierungen in Bolivien, das lange vom Machtkampf zwischen Morales und seinem ebenfalls linken Nachfolger Luis Arce geprägt war.










