Ceuta: Spanien verweigert erste Einreisen aus Italien
Im Streit über die Migrationskrise um Ceuta hat Spanien am ersten Tag neuer Grenzkontrollen zehn Reisenden aus Italien die Einreise verweigert.

Das Wichtigste in Kürze
- Spanien verweigerte zehn Personen aus Italien nach neuen Grenzkontrollen die Einreise.
- Madrid hält die Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien bis 7. September aufrecht.
- Italien hatte zuvor wegen des Ceuta-Ansturms eigene Grenzkontrollen eingeführt.
Im Streit zwischen Spanien und Italien über unerlaubte Migration spitzt sich die Lage weiter zu. Nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen für Reisende aus Italien hat Spanien am ersten Tag der Massnahme zehn Personen die Einreise verweigert, wie «SRF» unter Berufung auf das spanische Innenministerium berichtet.
Insgesamt wurden an diesem Tag 199 Personen auf zwölf Flügen aus Italien kontrolliert – an den Flughäfen von Madrid, Barcelona, Sevilla, Bilbao, Alicante und Valencia. Madrid hatte die Massnahme am Freitag angekündigt und will die Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien bis zum 7. September beibehalten.
Migrantenansturm in Ceuta
Auslöser des Streits ist ein Schritt Roms: Italien hatte per 1. August die Schengen-Regeln für das grenzkontrollfreie Reisen mit Spanien ausgesetzt und will dies mindestens bis zum 15. August so handhaben.
Als Grund nannte die italienische Regierung den Ansturm von 72'000 Migrantinnen und Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta am 30. Juli. Spanien reagiert nun seinerseits mit eigenen Kontrollen.
Italiens Aussenminister Antonio Tajani zeigte sich gegenüber der Zeitung «Corriere della Sera» zuversichtlich, die Massnahme bald wieder aufheben zu können – «sobald keine Gefahr mehr besteht».
Passfreies Reisen im Schengen-Raum eigentlich möglich
Der Schengen-Raum erlaubt grundsätzlich passfreies Reisen zwischen 29 europäischen Ländern. Aus Gründen der Sicherheit oder der öffentlichen Ordnung dürfen Mitgliedstaaten aber vorübergehend wieder Grenzkontrollen einführen.

Laut italienischer Regierung betrifft die Massnahme nicht spanische oder andere EU-Bürgerinnen und -Bürger, sondern richtet sich gezielt an Nicht-EU-Angehörige, die per Flugzeug oder Schiff aus Spanien einreisen.












