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    AfD-Bewerber für Europa wollen radikale Abkehr von der EU

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    Deutschland,

    Bei der Kandidatenauswahl der AfD zur Europawahl 2024 haben viele eine radikale Abkehr der Europäischen Union und eine Abschottung gegen Migration gefordert.

    AfD-Bewerber
    AfD-Logo - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • AfD-Bewerber der Europawahl 2024 fordern eine radikale Abkehr der Europäischen Union.
    • Ausserdem wünschen sie eine Abschottung gegen Migration.

    Bei der Kandidatenauswahl der AfD zur Europawahl 2024 haben viele Bewerber eine radikale Abkehr von der Europäischen Union gefordert. Die Rechtsaussenpartei versuchte am Samstag in Magdeburg, weitere Listenplätze vergeben. Bis zum Nachmittag gelang dies aber nur bei einem einzigen Platz. Den übrigen Bewerbern fehlten zunächst die nötigen Mehrheiten.

    Ein im Juni veröffentlichter Entwurf setzt als Ziel eine «geordnete Auflösung der EU». Einige AfD-Vertreter plädieren für einen EU-Austritt Deutschlands, den sogenannten Dexit. Parteichef Tino Chrupalla sagte, es werde an einem neuen Entwurf gearbeitet, der als «Kompromiss» dienen könne. Nach Angaben aus Parteikreisen soll der Entwurf vom Juni entschärft werden.

    Auflösung der EU und Dexit

    In den Vorstellungsrunden fanden aber sowohl die Auflösung der EU als auch der Dexit durchaus Unterstützung. «Lasst uns zusammen die EU beenden», sagte der Bewerber Thomas Schmidt. Mitbewerber Peter Ditges sagte: «Ich möchte antreten, um diese Farce in Brüssel zu beenden.»

    Mitbewerberin Elisabeth Becker betonte: «Wir wollen ja den Dexit haben.» Ihr Parteikollege Jurij Christopher Kofner sagte, er «erkläre der woken Ideologie den Krieg» mit friedlichen Mitteln. «Wir müssen unsere Heimat zurückerobern.» Deutschland sei ein von den USA und der EU «besetztes Land».

    AfD wohl nicht weiter nach rechts gerückt

    Die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestufte Partei hatte bereits am vergangenen Wochenende mit der Kandidatenaufstellung begonnen. Spitzenkandidat wurde der Europaabgeordnete Maximilian Krah, der auch intern nicht unumstritten ist.

    Die Parteivorsitzende Alice Weidel wies jedoch im Sender «Welt» die Interpretation zurück, dass die AfD weiter nach rechts gerückt sei. «Herr Krah ist ein Kandidat, auf den sich die verschiedenen Lager und Strömungen dieser Partei im Vorfeld verständigt haben.» Die von Krah erzielten zwei Drittel der Delegiertenstimmen seien ein «sehr, sehr solides Ergebnis».

    Debatte über die Schuldfrage

    Weidel äusserte sich auch zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und sagte: «Wir halten grundsätzlich die Debatte über die Schuldfrage im Ukraine-Krieg für viel zu verkürzt.» Der Ukraine-Krieg habe eine Vorgeschichte, die ausgeblendet werde, sagte sie mit Blick auf die Nato.

    Doch wandte sich Weidel gegen einen Austritt aus der Nato, wie sie von einigen AfD-Politikern debattiert wird. «Ein Gebilde kann man nur von innen heraus reformieren», sagte Weidel. Die europäische Säule der Allianz müsse gestärkt werden, weil die USA andere Sicherheitsinteressen hätten.

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