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    Zahlt Schweiz 400'000 Franken pro F-35-Pilotenhelm?

    Vivian Balsiger
    Vivian Balsiger

    Bern,

    500'000 Dollar für einen Helm und Milliarden für den Jet: Der F-35 gerät unter Druck – und die Schweiz wartet auf ihre ersten Kampfjets.

    Helm
    Der Hightech-Helm des F-35-Kampfjets kostet satte 500'000 Dollar. - Youtube/@frontline08 und keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der F-35-Helm kostet laut Polen rund 500'000 Dollar.
    • Ein US-Bericht meldet sinkende Einsatzbereitschaft und mehr Defekte beim F-35.
    • Die Schweiz erhält ab 2027 ihre rund 30 F-35-Kampfjets – für sechs Milliarden Franken.

    Polen hat diese Woche die ersten drei Kampfjets des Typs F-35 offiziell in Dienst gestellt. Beim Festakt lobte Vize-Verteidigungsminister Cezary Tomczyk die Fähigkeiten des modernsten Tarnkappenjets der Welt.

    Doch eine seiner Aussagen lässt aufhorchen: Allein der Helm eines F-35-Piloten kostet etwa 500’000 US-Dollar. Das sind umgerechnet rund 400'000 Franken.

    Besonders brisant: Auch die Schweiz setzt auf den F-35 und hat eigentlich 36 Maschinen bestellt – für sechs Milliarden Franken. Doch die Anschaffung wird teurer als geplant. Deswegen dürfte die Zahl eher bei rund 30 Kampfjets liegen.

    Der F-35 Gen III HMDS ist weit mehr als ein Helm, wie SRF berichtet. Die Hightech-Ausrüstung funktioniert wie ein Computer auf dem Kopf des Piloten. Und kostet über doppelt so viel wie herkömmliche Modelle, weiss der Sender.

    Über das integrierte System kann der Pilot Ziele allein mit seinem Blick erfassen und Raketen abfeuern. Das integrierte Display zeigt Flug-, Sensor- und Zieldaten. Ein Nachtsichtgerät ist ebenfalls integriert.

    Besonders spektakulär: Mehrere Kameras an der Aussenseite des Jets liefern ein vollständiges 360-Grad-Bild der Umgebung. Für den Piloten entsteht der Eindruck, durch das Flugzeug hindurchsehen zu können.

    Jeder Helm wird individuell auf den jeweiligen Piloten angepasst. Kleinste Abweichungen führen zu Fehlfunktionen. Die Elektronik wird über Pupillenbewegungen gesteuert. Deshalb messen die Hersteller dreimal pro Jahr nach und justieren den Helm neu.

    Preisexplosion wirft Fragen auf

    Bisher war in Berichten von Militärexperten stets von einem Stückpreis von 400'000 Dollar (rund 320’000 Franken) die Rede. Nun sind es 25 Prozent mehr.

    Der Hersteller äussert sich nicht zu den aktuellen Preisen. Eine Anfrage von SRF blieb unbeantwortet.

    Bei Rüstungsprojekten werden steigende Kosten häufig mit Inflation erklärt. Beim F-35-Helm dürfte jedoch vor allem die hochspezialisierte Elektronik den Preis bestimmen. Kritiker vermuten deshalb, dass die Hersteller ihre Gewinnmargen ausbauen.

    US-Kontrollbehörde schlägt Alarm

    Die Diskussion um den Helm ist allerdings nur ein Nebenschauplatz. Ein aktueller Bericht des Government Accountability Office (GAO), der unabhängigen Kontrollbehörde des US-Kongresses, zeigt deutlich grössere Probleme beim gesamten F-35-Programm.

    Fehlende Ersatzteile, Korrosionsschäden und Softwareprobleme halten viele Jets in den USA am Boden.

    Sind die Kosten von 400'000 Franken für den F-35-Pilotenhelm gerechtfertigt?

    Im GAO-Bericht heisst es wörtlich: «Seit 2021 sind die Instandhaltungskosten der F-35 kontinuierlich gestiegen. Die Leistungsziele wurden jedoch nicht erreicht und die Leistung hat sich tendenziell verschlechtert.»

    Die Zahlen sind deutlich: Die vollständige Einsatzbereitschaft sank von 38 auf 25 Prozent. Damit ist lediglich jeder vierte Jet jederzeit voll kampffähig.

    Auch die allgemeine Einsatzbereitschaft verschlechterte sich deutlich – von 67 auf 44 Prozent.

    Die Schweiz wollte 36 F-35-Jets

    Die Schweiz hatte sich 2021 für den Kauf von 36 F-35-Jets entschieden. Der Entscheid war politisch umstritten. Eine Volksinitiative gegen den Kauf wurde lanciert, scheiterte aber.

    Die ersten Jets sollen ab 2027 geliefert werden.

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    Kommentare

    User #5302 (nicht angemeldet)

    Wäre knapp 1 Jahr Bundesratrente von Amherd für 1 Helm.

    User #2216 (nicht angemeldet)

    Der ganze Flopp basiert auf leeren Versprechungen, Unfähigkeiten des Herstellers, grossen Lieferverzögerungen und sozusagen auf Erpressungsklauseln bei Auflösung des Vertrages. Eigentlich eine unverschuldete aber teure Schrottfalle.

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