Wer wenig hat, fühlt sich vom System stärker benachteiligt

Keystone-SDA
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Bern,

Mehr als die Hälfte der Menschen in der Schweiz empfinden die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz als eher oder sehr ungerecht. Dies zeigt eine am Montag veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag der Zeitschrift «Beobachter».

Mehr als die Hälfte der Befragten unter vierzig meinten, sie würden heute finanziell schlechter dastehen, als es ihre Eltern im selben Alter waren. (Archivbild)
Mehr als die Hälfte der Befragten unter vierzig meinten, sie würden heute finanziell schlechter dastehen, als es ihre Eltern im selben Alter waren. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Seit dem letzten «Gerechtigkeitsbarometer» im Sommer vor zwei Jahren, der ersten derartigen Umfrage des Forschungsinstituts GFS Bern, hat die Unzufriedenheit in der Schweiz demnach zugenommen. Ein Drittel der Befragten war der Meinung, das System sei «eher nicht gerecht», 18 Prozent sagten sogar, es sei «überhaupt nicht gerecht».

Gemäss der repräsentativen Erhebung, für die GFS Bern rund 2000 Personen befragte, war das Einkommen ausschlaggebend für das Gerechtigkeitsempfinden. Noch stärker als bei der ersten Befragung ziehe sich ein Graben durch die sozialen Schichten, schrieb der «Beobachter» am Montag in einer Mitteilung an die Medien. Sein Fazit: «Wer wenig hat, fühlt sich vom System deutlich stärker benachteiligt.»

Während zwei Drittel der Wohlhabenden zufrieden auf das Geschehen blicken würden, sähen drei Viertel der Geringverdienenden die Dinge anders. Gegenüber 2024 ist laut dem Beobachter der Prozentsatz derjenigen, die sich «eher» oder «sehr» gerecht behandelt fühlten, von 68 auf 56 Prozent gesunken. Meinungsforscherin Cloé Jans vom Institut GFS Bern erklärte dazu, letzten Endes laufe alles darauf hinaus, wer profitiere und wer die Last trage.

Ihr zufolge steht die Kostenfrage derzeit über fast allem – sei es bei der Miete, Krankenkassenprämien oder der AHV. Auf individueller Ebene stehe das eigene Portemonnaie unter Druck und politisch werde über Milliardenprojekte gestritten, sagte Jans dem «Beobachter». Immer weniger Menschen würden daran glauben, dass Leistung auch Wohlstand mit sich bringe.

Neben Umwelt- und Gleichstellungsfragten beschäftigten 81 Prozent der Befragten hohe Prozess- und Anwaltskosten. Immer mehr teilten die Sorge, dass Gerechtigkeit in der Schweiz käuflich geworden sei. Trotz der Kritik bleibe aber «das Vertrauen in den Kern des Staates krisenfest», so die positive Nachricht aus der Umfrage.

Zwar streite die Schweiz derzeit heftig, sie tue dies aber immer noch auf einem «gemeinsamen Fundament von Demokratie, Freiheit und Bildung».

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Kommentare

User #2270 (nicht angemeldet)

Dank Mitte Links darf die arbeitende Bevölkerung bald in Zeltstädten leben?

User #2181 (nicht angemeldet)

Was hat man von Ärmel hochkrempeln und anpacken ? Kann man sich dann eine teure KK und ein Auto leisten, damit man mit dem Auto täglich zur Arbeit fahren kann. Täglich kontrolliert werden kann auf dem Arbeitsweg, der immer länger wird in einem so kleinen Land ? Bei der Arbeit wird man schikaniert und ausgepresst für was ? Undankbarkeit ist der heutige Lohn ? Da bleib ich lieber Zuhause und gehe im Wald spazieren, den Tiere sind die besseren Lebewesen.

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