Verleger wehren sich gegen «Piraterie» durch KI-Firmen

Keystone-SDA
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Zürich,

Der Verlegerverband Schweizer Medien hat sich am Donnerstag erneut besorgt über die Nutzung von Medieninhalten durch Künstliche Intelligenz gezeigt. Er erneuerte die Forderung eindringlich, dafür entschädigt zu werden.

Der Präsident des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM), Andrea Masüger, beklagte die «Piraterie» der KI-Unternehmen.
Der Präsident des Verlegerverbands Schweizer Medien (VSM), Andrea Masüger, beklagte die «Piraterie» der KI-Unternehmen. - KEYSTONE/Gaetan Bally

Die «Piraterie» im Bereich der KI werde für die Medien zu einem immer grösseren Problem, sagte der Präsident des Verbandes Schweizer Medien (VSM), Andrea Masüger, am Donnerstag beim Jahrestreffen in Zürich.

Der Bündner betonte, dass in 70 Prozent der Fälle Plattformen wie Google oder ChatGPT auf von Medien produzierte Inhalte zurück griffen, um Fragen zu aktuellen Themen zu beantworten. Die Verleger setzen ihre Hoffnungen auf die vom Parlament eingereichte «Motion Gössi», die eine Vergütungspflicht für die Nutzung journalistischer Leistungen durch KI vorsieht.

Masüger kritisierte zudem eine Gruppe von ETH-Professoren, welche die KI-Forschung in der Schweiz als gefährdet betrachtet. Die intellektuelle Elite der Schweiz plädiere damit zum ersten Mal für einen medialen «Wilden Westen».

Kommentare

User #2248 (nicht angemeldet)

Die Grundhaltung vieler Medien geht an der Realität vorbei. Sie tun so, als liesse sich Denken kontrollieren, wenn man Werkzeuge reguliert. Das ist ein Kategorienfehler. Nehmen wir das konkrete Beispiel: Ein Staat veröffentlicht eine Pressemitteilung. Reuters verbreitet sie. Die Information ist öffentlich. Ein Mensch liest sie und analysiert sie. Das durfte er immer. Tut er dasselbe mit Hilfe einer KI, ändert sich am Vorgang nichts Wesentliches. Die KI ersetzt kein Medium. Sie verstärkt lediglich die eigene Denkfähigkeit. Gedanken lassen sich nicht lizenzieren. Was Medien in Wahrheit verhindern wollen, ist nicht Piraterie, sondern Bedeutungsverlust. Sie verlieren die Rolle als alleinige Einordner der Wirklichkeit. Das ist schmerzhaft, aber kein Rechtsbruch. Journalismus schützt Form, nicht Fakten. Analyse ist kein Diebstahl. Der selbstdenkende Mensch wird weiterhin vergleichen, hinterfragen und Schlüsse ziehen – mit oder ohne KI. Wer versucht, diesen Prozess zu blockieren, kaempft nicht gegen Technologie, sondern gegen die Autonomie des Denkens. Das kann nicht funktionieren.

User #3566 (nicht angemeldet)

Es ist vorbei mit dem Unding Journalismus. Als Verleger würde ich verkaufen empfehlen, bevor das Schiff komplett Wertlos sinkt.

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