SVP nervt sich über «Fake News» in «Tagesschau» zu Kriminalstatistik
Vergangenen Montag wurde die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der SRF-Tagesschau-Beitrag dazu sorgt bei der SVP für rote Köpfe.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor drei Wochen wurde die SRG-Initiative der SVP deutlich mit knapp 62 Prozent abgelehnt.
- Nun ärgert sich die Partei über die Berichterstattung des Senders zur Kriminalstatistik.
- Der Satz «die Schweiz wird sicherer» aus der «Tagesschau» sei «Fake News», so die SVP.
Vor drei Wochen kassierte die SVP bei den Abstimmungen eine Niederlage: Die SRG-Initiative der Partei zur Senkung der Abgabe-Gebühren auf 200 Franken lehnte die Stimmbevölkerung mit knapp 62 Prozent ab.
Nur wenig später sorgt das SRF nun wieder für rote Köpfe bei der SVP. Grund dafür ist der «Tagesschau»-Beitrag des Senders vor einer Woche zur polizeilichen Kriminalstatistik 2025. Diese wurde letzten Montag veröffentlicht.
«Es ist eigentlich eine Good News: Die Schweiz wird sicherer – zumindest in vielen Bereichen. So lässt sich die neuste Kriminalstatistik in der Schweiz in aller Kürze zusammenfassen», sagt Cornelia Boesch in der Anmoderation.
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Anschliessend ergänzt sie, bevor der Beitrag zur Kriminalstatistik beginnt: «Demnach sind die registrierten Straftaten insgesamt um anderthalb Prozent zurückgegangen. Und doch gibt es Punkte, die auffallen.»
SVP-Dettling und Schmid werfen SRF «Fake News» vor
Im gestrigen «Sonntalk» von «Tele Züri» ärgert sich SVP-Präsident Marcel Dettling über diese Anmoderation. Er spricht von «Fake News».
Der Satz «die Schweiz wird sicherer» stösst ihm sauer auf. Denn: Es gehe in die andere Richtung, «was Vergewaltigungen, Morde und schwere Tötungsdelikte» angehe.
«Einfach diese Fake News, die da verbreitet werden, in einer Lust von der Moderatorin. Ich muss sagen: Das geht einfach nicht, das geht wirklich nicht.»
Auch der SVP-Asylchef Pascal Schmid schrieb am Donnerstag, dass das SRF «Fake News» verbreite. Dem Thurgauer Nationalrat zufolge ist die Schweiz in den letzten sechs Jahren um 30 Prozent krimineller geworden.
SVP-Asylchef: «Irreführung der Öffentlichkeit»
So hätten Tötungsdelikte um 48 Prozent und Vergewaltigungen um 106 Prozent zugenommen. «Wer da behauptet, die Schweiz sei sicherer geworden, betreibt krasse Irreführung der Öffentlichkeit», so Schmid.
Dettling sagt im «Sonntalk» dazu: «Ausländische Männer dominieren bei der Gewaltbereitschaft und bei den Morden sind sie dominant. Und an zweiter Stelle folgen Frauen bei der Gewaltbereitschaft in den eigenen vier Wänden.»
Er ergänzt: «Asylanten sind siebenmal straffälliger als Schweizer.» Und insgesamt seien Ausländer doppelt so straffällig wie Schweizer.
Jacqueline Badran nimmt SRF in Schutz
SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nimmt in der Sendung SRF in Schutz: «Das ist überhaupt keine Fake News, was in der Tagesschau gekommen ist. Ich finde das ganz frech, wenn ihr einfach willkürlich statistische Resultate umdefiniert.»
Insgesamt sei die Kriminalität gesunken, wenn auch nicht stark. «Was hingegen ganz dramatisch gestiegen ist, sind häusliche und sexualisierte Gewalt.»
Natürlich würden Menschen, die patriarchalisch sozialisiert seien, eher zu schweren Straftaten neigen. Badran hält aber fest, dass es sich in der Statistik um «Beschuldigte und nicht Verurteilte» handle.
Zudem spiele auch der Bildungsgrad eine Rolle. Ausserdem sei es wissenschaftlich erwiesen, dass es bei Ausländern eher zu Anzeigen käme als bei Schweizern.
Weniger Straftaten, aber mehr schwere Gewaltstraftaten
Laut der polizeilichen Kriminalstatistik sind 2025 insgesamt 554'963 Straftaten verzeichnet worden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 1,5 Prozent.
Von allen begangenen Straftaten wurden 42 Prozent von Schweizern verübt. 32 Prozent wurden von Ausländern begangen, die in der Schweiz leben. Die restlichen 26 Prozent machen Kriminaltouristen, die Asylbevölkerung und jene, die illegal in der Schweiz sind, aus.
Wie bereits in den vergangenen Jahren ist die Zahl der schweren Gewaltstraftaten angestiegen (+8,1 Prozent). Von den 55 vollendeten Tötungsdelikten geschahen 61,8 Prozent im häuslichen Bereich. Die Tötungsdelikte im Jahr 2025 liegen über den durchschnittlich pro Jahr polizeilich registrierten 48 Tötungsdelikten seit 2009.

















