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    SRF knickt ein: Roger Köppel darf für SVP in Präsi-Arena

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Zürich,

    Nach hitzigen Gesprächen scheint SRF die Wünsche der SVP zu erfüllen. In die Chef-«Arena» kommt Roger Köppel, der nicht einmal Vizepräsident seiner Partei ist.

    Roger Köppel «Arena»
    Roger Köppel darf zurück in die «Arena» – selbst, wenn er nicht Präsident oder Vize-Präsident ist. Die SVP-Spitze reibt sich die Hände. (Bild von der Arena im September 2020) - Screenshot SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Freitag streiten die Parteipräsidenten über Waffenlieferungen an die Ukraine.
    • Für die SVP tritt Roger Köppel auf, obwohl er «nur» SVP-Parteileitungsmitglied ist.
    • Nach einer Aussprache kommt SRF damit der Sünneli-Partei entgegen – deren Spitze jubelt.

    Über drei Wochen lang blieb die grösste Partei des Landes der noch immer wichtigsten Polit-Sendung fern. Nach heftigen Rassismus-Vorwürfen gegen SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi durch den «Arena»-Moderator war es zum Eklat gekommen.

    Aeschi SVP «Arena»
    Thomas Aeschi in der «Arena» zum Thema Ukraine-Krieg, als der Rassismus-Vorwurf diskutiert wurde. - Screenshot SRF

    Mitte April kam es zu einer Aussprache. Die SVP schien einigermassen zufrieden und nimmt seither auch wieder an der «Arena» teil. Durchgesickert war, dass die Parteispitze im Leutschenbach ihrem Ärger Luft machte.

    Roger Köppel darf wieder in die «Arena»

    Etwa darüber, dass der Zürcher Nationalrat und «Weltwoche»-Chef Roger Köppel kaum je in die «Arena» eingeladen werde. Aeschi, der beim Gespräch war, bestätigt: «Es ist korrekt, dass wir der SRF-Spitze mitgeteilt haben, dass es befremdlich ist, dass gewisse SVP-Vertreter seit Jahren nicht in die Sendung eingeladen wurden.»

    Roger Köppel Immunitätskommission
    SVP-Nationalrat Roger Köppel erscheint zu seiner Anhörung in der Immunitätskommission, 11. Mai 2022. - Keystone

    Nun scheint sich das Blatt tatsächlich gewendet zu haben. Just am Tag, an dem Köppels parlamentarische Immunität heftig wackelte, machte die «Arena»-Leitung publik, dass er als SVP-Vertreter in der «Präsidenten»-Arena teilnimmt.

    Dabei ist Köppel nicht einmal im Präsidium der Partei, sondern «nur» in der 14-köpfigen Parteileitung vertreten. Wie kommt der Provokateur ausgerechnet in dieser hochkarätig besetzten Sendung zum Handkuss?

    SRF bestreitet Einflussnahme der SVP

    Franziska Egli, Redaktionsleiterin der «Arena», sagt auf Anfrage, SVP-Parteipräsident Marco Chiesa und SVP-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher seien nicht verfügbar. «Roger Köppel ist in der Parteileitung und bei der SVP zuständig fürs Dossier zum Sendungsthema.»

    Nathalie Wappler SRF Direktorin
    SRF-Direktorin Nathalie Wappler will gegenüber der SVP keine Konzessionen eingegangen sein. - Keystone

    Dies habe nichts zu tun mit der SVP-Forderung, dass die Parteien vermehrt mitbestimmen könnten, wen man in die Sendung schicke. Die Redaktion der «Arena» entscheide, wer an der Sendung teilnehme. «Auf Forderungen oder Druckversuche wird nicht eingegangen», betont Egli. Und «ganz einfach falsch» sei auch das Gerücht, dass die «Arena»-Leitung Roger Köppel nicht in der Sendung haben wolle.

    Sicher ist: Bei der SVP ist man zufrieden über die Gästewahl. Präsident Marco Chiesa sei tatsächlich verhindert gewesen, erklärt Fraktionschef Thomas Aeschi. Deshalb erscheine es ihm «logisch und richtig, zu diesem Thema Herrn Köppel einzuladen». Dieser werde die Position der SVP zur Neutralität «hervorragend vertreten».

    «Schön, dass SRF ideologische Scheuklappen ablegt»

    Und Thomas Matter, der ebenfalls an der Aussprache mit Fernsehdirektorin Nathalie Wappler teilnahm, lobt: «Es ist schön, dass das SRF seine ideologischen Scheuklappen ablegt.» Dass Köppel auftrete, sei nichts als logisch, argumentiert er.

    «arena» Thomas Matter
    Nationalrat Thomas Matter ist ebenfalls Mitglied der SVP-Parteileitung. - Screenshot SRF

    Denn dieser sei in den letzten anderthalb Jahren in keiner einzigen SRF-Diskussionssendung zu Wort gekommen, «während in diesem Zeitraum SP-Nationalrätin Jacqueline Badran 13 Mal eingeladen wurde».

    Schauen Sie die «Arena» regelmässig?

    Die Chef-«Arena» zum Ukraine-Krieg und zur Schweizer Neutralität verspricht jedenfalls grossen Unterhaltungswert. Einerseits dürften die Emotionen zwischen den Teilnehmern hochgehen. Anderseits ist Köppel auch bekannt dafür, sich bei solchen Gelegenheiten mit dem Moderator anzulegen.

    So oder so dürfte sich die schwierige Beziehung zwischen SRF und SVP nicht so rasch beruhigen. Die Rechtspartei wird wohl bereits im Frühsommer ihre Initiative zur Halbierung der Radio- und TV-Gebühren lancieren. Diese würde das Ende der öffentlich-rechtlichen Sender bedeuten, wie man sie heute kennt.

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