Bundesrat

    Mehr LKWs fahren durch die Schweiz – Bundesrat Rösti erklärt

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Das Verlagerungsziel wurde auch 2025 verpasst. Verbesserungen auf den Zulaufstrecken in Deutschland und Frankreich sollen Abhilfe schaffen.

    Medienkonferenz mit Verkehrsminister Albert Rösti zum Verlagerungsbericht 2025 und den geplanten Massnahmen des Bundes, um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Auch 2025 wurde zu wenig Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene verlagert.
    • Der Trend geht sogar in die falsche Richtung.
    • Bundesrat Rösti setzt auf finanzielle Anreize und internationale Koordination.

    Weg von der Strasse, rauf auf die Bahn: Der Güterverkehr über und durch die Alpen soll möglichst schonend für Umwelt und Bevölkerung geschehen. So hat es das Stimmvolk 1994 beschlossen. «Nur» 650'000 Lastwagenfahren sollten pro Jahr noch stattfinden.

    Doch 2024 waren es 960'000, was erstens zu viel und zweitens auch noch mehr als im Vorjahr ist. Der Trend geht also in die falsche Richtung, oder, wie es der Bundesrat ausdrückt: «Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist in den letzten zwei Jahren ins Stocken geraten.»

    Potenzial der Tunnels voll ausschöpfen

    Verkehrsminister Albert Rösti präsentiert heute den sogenannten Verlagerungsbericht 2025. Fünf Jahre nach Inbetriebnahme könne das Potenzial der Basistunnels durch Gotthard, Lötschberg und Ceneri noch nicht vollständig ausgeschöpft werden.

    Das liege vor allem auch an den nördlichen Zulaufstrecken zur Neat, der «Neuen Eisenbahn-Alpentransversale». Diese bremsten die Verlagerung, denn deren Modernisierung komme nur langsam voran.

    Gemeint sind damit die Rheintalstrecke in Deutschland und die Linksrheinische Strecke in Frankreich, die bei Basel an die Neat anknüpfen. Einerseits verunmögliche die Infrastruktur einen zuverlässigen Betrieb, denn sie entspreche nicht den Anforderungen. Andererseits, wenn mal modernisiert wird, stocke der Verkehr wegen der Baustellen und den überlasteten Ausweichstrecken.

    Koordination mit Deutschland und Frankreich

    Der Bundesrat setze sich deshalb in den nächsten Jahren in den Nachbarländern für eine rasche Modernisierung dieser Strecken ein. Dazu gehöre auch, dass die Bauarbeiten international gut koordiniert seien.

    Güterzug
    Ein Güterzug der SBB steht im Bahnhof von Flüelen UR. - keystone

    Als Ausweichroute soll die Strecke Stuttgart-Singen und auf Schweizer Seite Schaffhausen–Oerlikon–Othmarsingen ausgebaut werden. Bis 2028 soll so die deutsche Rheintalstrecke entlastet werden können.

    Mit Frankreich ist abgemacht, dass die linksrheinische Strecke modernisiert wird. Auch hier wird auf Schweizer Seite ergänzt, mit zwei Tunnels bei Basel. «Wir machen Druck in Frankreich», verspricht Bundesrat Rösti.

    Die Situation dürfte sich erst ab 2029 entspannen, so der Bundesrat. Denn bis dann gibt es diverse Bau- und Sanierungsarbeiten, Einspurbetrieb und Vollsperrungen auf diesen Strecken.

    Weitere Zunahme der Lastwagenfahrten befürchtet

    Mitte Dezember wird die «Rollende Landstrasse» (Rola) eingestellt, bei welcher komplette Lastwagen und Sattelzüge auf die Bahn verladen werden. Dies könne eine Zunahme des Transitverkehrs auf der Strasse zur Folge haben, so der Bundesrat.

    Lastwagen Gotthard-Tunnel
    Der Transitverkehr mit Lastwagen und Reiseverkehr staut sich auf der Autobahn A2 vor dem Gotthard-Tunnel in Richtung Süden, am 28. Juni 2024. - keystone

    Mit finanziellen Anreizen will der Bundesrat dem entgegentreten. So soll ein möglichst grosser Anteil von der Rola auf den sogenannt «unbegleiteten kombinierten Verkehr» überführt werden. Das heisst: Transporte von Sattelaufliegern, Containern und Wechselbehältern per Bahn.

    Die bestehenden Anreize sind bis 2030 befristet. Der Bundesrat prüft nun eine Fortsetzung.

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    Kommentare

    User #9472 (nicht angemeldet)

    Die Alpeninitiative und die 650000 Lkw Transitfahrten sind gestorben. Keinerlei Konsequenzen wie Drosselung oder Maßnahmen gegen die Grenzwerte. Würde es den Schweizer bürger betreffen, würde bern sofort empfindliche Massnahmen zur Steuerung einführen. Aber eben, gegen brüssel sind die Clowns in bern zahnlos

    User #2747 (nicht angemeldet)

    Freue mich auf Herr Rösti und die Erklärung, wie er gedenkt , die Alpen-Initiative, welche vor vielen Jahren vom Volk angenommen wurde, in die Tat umzusetzen.

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