Schweizer Parlament will Kapitalregeln für UBS lockern
Im Parlament zeichnet sich ein Kompromiss bei den UBS-Kapitalanforderungen ab. Die UBS könnte deutlich weniger Eigenkapital aufbauen müssen.

Schweizer Parlamentarier prüfen laut der «Finanz und Wirtschaft» (FuW) eine Abschwächung der geplanten Kapitalanforderungen für die UBS. Demnach soll die Grossbank ihre Auslandstöchter künftig nur zu 70 bis 80 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen müssen.
Der Bundesrat hatte in seiner im April vorgelegten Botschaft zur Revision des Bankengesetzes eine vollständige Unterlegung von 100 Prozent gefordert. Diese Massnahme gilt als Kernstück der verschärften Too-big-to-fail-Regulierung nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse 2023.
Wie die «FuW» weiter berichtet, könnte letztlich ein Kompromiss zwischen einer Unterlegung von 50 und 100 Prozent zustande kommen. Die Zeitung stützt sich dabei auf mehrere mit den Diskussionen vertraute Personen.
UBS: Milliarden auf dem Spiel
Eine CET1-Unterlegung von 80 Prozent würde den zusätzlichen Kapitalbedarf der UBS auf 15 Milliarden Dollar (11,9 Milliarden Franken) senken. Der Bundesrat hatte die Auswirkungen seines Vorschlags ursprünglich auf rund 20 Milliarden Dollar (15,9 Milliarden Franken) beziffert, berichtet «Cash».
Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) hatte Anfang Mai einen Entscheid zur Revision des Bankengesetzes vertagt. Man wolle zunächst Varianten und Alternativen zum Bundesratsentwurf prüfen, hiess es seinerzeit.
Die Weiterberatung ist laut «Cash» für August 2026 geplant. Eine Abstimmung im Ständerat dürfte damit frühestens im September stattfinden.
Ringen hinter verschlossenen Türen
Wie «Finews» berichtet, müsse am Ende ein Kompromiss stehen, der einerseits die Interessen der UBS berücksichtige. Und andererseits robust genug sei, um eine Abstimmung im Ratsplenum zu bestehen.

Eine hochrangige Anhörung im Mai hatte Regierungsvertreter und UBS-Führungskräfte gemeinsam vor den Parlamentariern versammelt.
Auch Varianten zur Kopplung der Regeln mit Vorschriften zum Additional-Tier-1-Kapital (AT1) sind in der Diskussion. Zudem werde über eine mögliche Gebühr der UBS für den Public Liquidity Backstop (PLB) gesprochen.












