Michael Hermann, ein Politologe, erwartet die ruhigste SVP-Bundesratswahl seit der Wahl im Jahr 1987 des Berners Adolf Ogi.
Im Bundeshaus beginnt unter Sicherheitsmassnahmen die Sondersession des Nationalrats. (Archivbild.)
Im Bundeshaus beginnt unter Sicherheitsmassnahmen die Sondersession des Nationalrats. (Archivbild.) - sda - KEYSTONE/THOMAS HODEL
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vom einem Politologen wird eine Ruhige Bunderatswahl der SVP erwartet.
  • Andere Parteien dürften wenig Lust haben, die SVP ein Jahr vor den Wahlen anzugreifen.

Der Politologe Michael Hermann erwartet die ruhigste Bundesratswahl bei der SVP seit der Wahl des Berners Adolf Ogi im 1987. Andere Parteien dürften wenig Lust haben, die SVP ein Jahr vor den Wahlen anzugreifen, sagte er.

Umgekehrt dürfte auch die SVP selbst im Parlament keine extreme Kandidatur durchbringen wollen, sagte Hermann im Interview mit Keystone-SDA-Video. Passiere beides nicht, dürfte «eine ganz normale Bundesratswahl» bevorstehen.

SVP-Kandidaturen seien eine Art Spagat

Er äusserte sich auch zum Profil einer Kandidatur für die Nachfolge des zurücktretenden Finanzministers Ueli Maurer. Bei der SVP seien Kandidaturen häufig eine Art Spagat. Weil man jemanden wolle, der oder die die eigene Basis bedienen könne, aber gleichzeitig von der Bundesversammlung wählbar sei.

Ueli Maurer sei das beste Beispiel dafür. «Er hat es auch als Bundesrat geschafft, die Basis zu bedienen.» Hermann nannte auf die Frage, wer dies ebenfalls könnte, den Luzerner Nationalrat Franz Grüter, die St. Galler Nationalrätin Esther Friedli und den Berner Nationalrat und ehemaligen SVP-Parteipräsidenten Albert Rösti.

Maurer Luxus
Ueli Maurer war 14 Jahre im Bundesrat und machte seine SVP währendessen zur stärksten politischen Kraft der Schweiz. - keystone

Zurzeit nicht wählbar seien hingegen die Nationalräte Roger Köppel (ZH) und Thomas Aeschi (ZG). Sowie Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher (GR), letztere wegen ihrer Positionierung in der «Ukraine-China-Russland-Thematik».

Grüter und Martullo-Blocher gaben am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zu verstehen, sie seien nicht an einer Kandidatur interessiert.

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