Bundesrat

    Nimmt der Bundesrat heute den Beizen-Hammer zurück?

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    Bern,

    Gesundheitsminister Berset will Restaurants noch früher schliessen. Der Widerstand dagegen ist allerdings enorm. Aus der Gastronomie, aber auch der Politik.

    berset lockerungsschritt coronavirus
    Gesundheitsminister Alain Berset. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • SP-Bundesrat Alain Berset will Restaurants bereits um 19 Uhr schliessen.
    • Gastronomie, Politik und Kantone wehren sich gegen dieses Vorhaben.
    • Der Entscheid darüber wird heute gefällt. Nau.ch wird live berichten.

    Im Kampf gegen das Coronavirus hat Alain Berset (SP) ein strenges Massnahmenpaket beschlossen. Neben der Rückkehr der «5er-Regel» kündigte der Gesundheitsminister am Dienstag an, dass wegen hohen Corona-Fallzahlen Restaurants früher schliessen sollen. Ein definitiver Entscheid wird heute gefällt.

    Konkret sollen Gastrobetriebe abends bereits um 19 Uhr ihre Türen schliessen, sonntags gar ganztags. Das neue Regime soll bis am 20. Januar gelten. Gemäss Medienberichten hat es – zumindest am Dienstag – in der Landesregierung keine Opposition gegen das Paket gegeben.

    Restaurants Romandie
    Restaurants müssen in der Schweiz gegen dem Coronavirus derzeit um 19 Uhr schliessen. - sda

    Die kommt allerdings von aussen. «Dass der Bundesrat seine Strategie alle paar Tage ändert, ist inakzeptabel und macht ihn unglaubwürdig», sagt Gastrosuisse-Sprecher Patrik Hasler-Olbrych. In vielen Kantonen, in denen die Restaurants mehrere Wochen geschlossen waren, stehe man aktuell kurz vor der Wiedereröffnung.

    «Schliessung keine Option»

    «Dass der Bundesrat genau jetzt weitere Einschränkungen fordert, ist ein Schlag ins Gesicht», so Hasler-Olbrych. «Eine Schliessung der Restaurants ist keine Option.»

    Komme es dennoch zu einem Lockdown, brauche die Branche finanzielle Hilfe. «Hierzu hat der Bund aber noch keinen konkreten Plan. Alleine für die Gastronomie sind etwa 500 bis 600 Millionen Franken pro Monat nötig.»

    Ruth Humbel
    Ruth Humbel (CVP/AG) will Restaurants bis mindestens 22 Uhr offen halten. - keystone

    Kritik auch aus der Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N). Diese appelliert an die Landesregierung, die Kantone «nicht unnötig zu übersteuern». Eine frühere Schliessung von Restaurants lehnt die Kommission ab. Generell appelliert die Kommission, auf Tätigkeitsverbote zu verzichten, wenn der Bundesrat nicht gleichzeitig Massnahmen zur Kompensation der Einbussen ergreift.

    Kantone mit Vorschlag unzufrieden

    Übergangen fühlen sich auch die Kantone. Der Thurgauer Regierungsrat findet, die knappe Frist zur Vernehmlassung zum Massnahmenpaket «erweckt den Anschein, der Bundesrat interessiere sich nicht für die Haltung der Kantone.»

    Sperrstunde
    Mit einer Online-Petition wehrt sich die Bevölkerung gegen eine frühe Sperrstunde. - dpa

    Deutliche Worte ebenfalls aus der Romandie. «Die Westschweizer Kantone können die Eile, mit welcher der Bundesrat die undifferenzierten Massnahmen in die Vernehmlassung geschickt habe, nicht akzeptieren.»

    Auch aus der Bevölkerung gibt es massiven Widerstand. Eine Petition aus der Westschweiz gegen die verfrühte Schliessung der Restaurants wurde innert 24 Stunden von fast 100'000 Schweizern unterzeichnet.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Alain berset
    3'784 Interaktionen
    Bundesrats-Knall
    Parlament
    159 Interaktionen
    Kampf dem Berset-Plan
    Sperrstunde
    305 Interaktionen
    Trotz Hackern

    MEHR BUNDESRAT

    cassis
    43 Interaktionen
    Pjöngjang
    Alain Berset
    31 Interaktionen
    Bern
    luftabwehr
    19 Interaktionen
    Bern
    bundeshaus
    13 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS STADT BERN

    6 Interaktionen
    Bern
    YB FCZ
    39 Interaktionen
    3:5 gegen FCZ
    1 Interaktionen
    Bern