Nationalrat

    Nationalrat will Aktionsplan gegen Rassismus und Antisemitismus

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Der Nationalrat fordert eine gemeinsame Strategie des Bundes und der Kantone gegen Rassismus und Antisemitismus.

    Rassismus- und Antisemitismusbekämpfung
    Der Nationalrat fordert den Bundesrat auf, zu prüfen, ob zusätzlich ein Beauftragter für Rassismus- und Antisemitismusbekämpfung eingesetzt werden soll. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

    Der Bund soll gemeinsam mit den Kantonen eine Strategie und einen Aktionsplan gegen Rassismus ausarbeiten. Das will der Nationalrat. Er hat am Donnerstag einer Motion seiner staatspolitischen Kommission (SPK-N) mit dieser Forderung deutlich zugestimmt. Falls auch der Ständerat Ja zum Vorstoss sagt, bekommt der Bundesrat die Aufgabe, die bestehende Fachstelle für Rassismusbekämpfung mit ausreichenden Ressourcen zu stärken.

    Auch soll die Landesregierung einen Bericht zu Massnahmen gegen Antisemitismus von Bund, Kantonen und Gemeinden von 2020 aktualisieren lassen. Zudem fordert der Nationalrat den Bundesrat auf, zu prüfen, ob zusätzlich ein Beauftragter für Rassismus- und Antisemitismusbekämpfung eingesetzt werden soll.

    Eine aus SVP-Mitgliedern bestehende Minderheit der SPK-N beantragte im Rat, die Motion abzulehnen. Sprecher Andreas Glarner (AG) sagte, statt einen neuen Beauftragten anzustellen, würde die Schweiz besser mehr Grenzwächter einstellen. Es brauche ein konsequentes Bewachen von Grenzen und Abschieben von Straftätern.

    Rassistische Vorfälle nehmen zu

    Die SPK-N begründete ihre im November 2023 eingereichte Motion mit der Aussage, seit den Angriffen der Hamas in Israel und dem Krieg in Nahost hätten sich Antisemitismus-Vorfälle in der Schweiz gehäuft. Rassismus in jeder Ausprägung dürfe in einer sozialen und demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben.

    Anfang Februar gab der Bundesrat bekannt, dass er die Motion der Nationalratskommission unterstützt. Nach dem Angriff auf einen orthodoxen Juden am vergangenen Samstag in Zürich sprach sich Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider erneut für einen solchen Aktionsplan aus.

    Sie sagte am Donnerstag im Rat, der Hass gegen jüdische Mitmenschen, Nachbarn und Freunde treffe «den Kern unserer Gesellschaft, den Respekt, die Offenheit, die Vielfalt» und gefährde damit den Zusammenhalt des Landes. «Wir dulden keinen Rassismus und Antisemitismus». Die Fachstelle für Rassismusbekämpfung werde personell aufgestockt.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Corine Mauch
    29 Interaktionen
    Zürich

    MEHR NATIONALRAT

    nationalrat.
    1 Interaktionen
    Bern
    3 Interaktionen
    Bern
    Nationalrat
    1 Interaktionen
    Empfehlung

    MEHR AUS STADT BERN

    Bern
    1 Interaktionen
    Bern
    YB
    12 Interaktionen
    YB-Legende