Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos will die Stadt Bern zwanzig Geflüchtete aufnehmen. Andere Städte bestätigen, das Gleiche machen zu wollen.
Lesbos
Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist abgebrannt. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Brände in Moria machen die prekäre Lebenssituation von Flüchtlingen noch schlimmer.
  • Im Lager lebten rund 12'500 Menschen, mehrere Tausend wurden evakuiert.
  • Nach der Stadt Bern wollen nun auch Basel, Zürich und Lausanne Flüchtlinge aufnehmen.

Nach den Bränden im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind nach Schätzungen der griechischen Behörden Tausende Geflüchtete obdachlos. In mehreren europäischen Ländern rufen linke Politiker und Organisationen zur Evakuierung des Lagers auf.

Das letzte Wort hat der Bundesrat

Der Gemeinderat der Stadt Bern verkündete gestern, zwanzig geflüchtete Personen aufnehmen zu wollen. Nun bestätigen auf Anfrage von Nau.ch auch die Städte Zürich, Lausanne und Basel entsprechende Pläne.

ursula von der leyen
In der Nacht zum Mittwoch waren in Griechenlands grösstem Flüchtlingslager mehrere Feuer nahezu zeitgleich ausgebrochen. - dpa

Rudolf Illes, Amtsleiter des Basler Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, sagt: «Angesichts der tragischen Ereignisse im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos erneuern wir unsere Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen.»

Die Anzahl Personen, die Basel-Stadt aufnehmen könne, sei noch nicht bestimmt. Sie würde sich aber in der gleichen Grössenordnung wie die der Stadt Bern bewegen, so Illes.

Der Lausanner Stadtrat Oscar Tosato bestätigt gegenüber Nau.ch, Lausanne werde sich diesbezüglich mit anderen Städten koordinieren. Der Bundesrat werde zudem «natürlicherweise» dazu aufgefordert, Geflüchtete aus Lesbos aufzunehmen.

Moria
Ungefähr 400 unbegleitete Kinder und Jugendliche, die in dem Lager Moria leben, wurden zu anderen Einrichtungen in Nordgriechenland geflogen. - dpa-infocom GmbH

Zürich forderte in einer Medienmitteilung eine «nationale Konferenz zur Direktaufnahme Geflüchteter». Die acht grössten Schweizer Städte hätten sich gegenüber dem Bund mehrere Male bereit erklärt, geflüchtete Personen aufzunehmen, so das Präsidial- und Sozialdepartement. «Dieses Angebot gilt es nun seitens Bund endlich zu nutzen.»

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