Die Aeesuisse möchte eine Milliarde in die Unabhängigkeit von Russland investieren. Begründen tut sie es mit dem vorhandenen sicherheitspolitischen Risiko.
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Immer noch machen zwei Drittel der Schweizer Energie fossile und nukleare Stromerzeugung aus. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Milliarde soll sofort investiert werden, damit die Schweiz unabhängiger wird.
  • Die Abhängigkeit vom russischen Gas stellt das grösste sicherheitspolitische Risiko dar.
  • Aeesuisse will, dass Hauseigentümer mit diesem Geld ihre fossilen Gas-Heizungen ersetzen.

Mit einer Milliarde an Sofortinvestitionen soll die Schweiz mehr Energieunabhängigkeit erreichen. Denn die einseitige Abhängigkeit von fossilen Energien schade der Schweiz und sei das grösste sicherheitspolitische Risiko. Dies stellt die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (Aeesuisse) fest.

Heute sind laut Aeesuisse in der Schweiz 340'000 Gasheizungen in Betrieb. Das bedeute, dass rund 30 Prozent der Raumwärme oder 18 TWh Energie in der Schweiz mit Gas hergestellt werden. Diese Menge sei mit erneuerbaren Energien schon heute ersetzbar, schreibt der Verband Aeesuisse in einer Mitteilung vom Dienstag.

«Sieben rasch umsetzbare Vorschläge zur Reduktion der Abhängigkeit von Russland»

Aeesuisse macht «sieben rasch umsetzbare Vorschläge zur Reduktion der Abhängigkeit der Schweiz von russischem Gas». Hauseigentümer würden sich bis Mitte des Jahres verpflichten, ihre fossile Heizung durch ein erneuerbares System zu ersetzen. Dafür erhielten sie einen Sonderbonus des Bundes von 5000 Franken. Mit 500 Millionen Franken liessen sich damit 100'000 fossile Heizungen sanieren und «gut 5 TWh russisches Gas einsparen».

Für zusätzliche 150 Millionen Franken soll der Bund ein spezifisches Solarwärme- und Wärmepumpenboiler-Programm auf den Weg bringen. Ausserdem sollen für Anlagen zur Produktion und Einspeisung erneuerbarer Gase ins Schweizer Gasnetz 60 Millionen Franken an Investitionen bereitgestellt werden.

Auch Export einheimischer Ressourcen soll reduziert werden

Aeesuisse fordert auch, dass der Export von Altholz und Grüngut ins Ausland eingeschränkt wird. Diese sollen als «einheimische Ressourcen für die Versorgungssicherheit der Schweiz» eingesetzt werden. Finanzielle Beiträge für Projekte zur direkten Nutzung der Geothermie für die Wärmebereitstellung sollen zudem mit einer Risikogarantie ergänzt werden.

Die Rahmenbedingungen für den Ausbau thermischer Netze sollen verlässlicher und kalkulierbarer werden. Deswegen soll ein Fonds zur Finanzierung von Eventualverpflichtungen vergleichbar mit den Unterstützungsleistungen für die Wohnbauförderung geschaffen werden. Für 150 Millionen Franken sollen zudem nach den Vorstellungen des Verbandes thermische Netze, wo geeignet, mit Wärmekraftkopplungsanlagen (WKK) ausgerüstet werden.

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