Sparpläne: Meteoschweiz-Chef warnt vor «ungenaueren Vorhersagen»
Stefan Uhlenbrook von Meteoschweiz sieht durch Sparmassnahmen steigende Risiken. Wegen veralteten Wetterradare könnten Prognosen ungenauer werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Meteoschweiz-Direktor Uhlenbrook warnt vor Folgen der Bundessparpläne.
- Besonders die Erneuerung der Wetterradare könnte gefährdet sein.
- Veraltete Radare könnten Prognosen ungenauer und Schäden grösser machen.
Der Direktor von Meteoschweiz, Stefan Uhlenbrook, hat vor den Folgen der Sparmassnahmen des Bundes gewarnt. Gefährdet seien Investitionen wie die Erneuerung der Wetterradare, was zu ungenaueren Prognosen führen könne, sagte er zu «Blick».
«Das Entlastungspaket 27 trifft uns hart», sagt Uhlenbrook in dem am Montag veröffentlichten Interview mit «Blick». Bei Meteoschweiz gebe es nicht viel Einsparungspotenzial, das Bundesamt sei schlank aufgestellt.
«Wir automatisieren, wo immer es möglich ist», sagt Uhlenbrook. Zudem wolle er internationale Kooperationen voranbringen.
Wetterradare bei Meteoschweiz könnten später erneuert werden
Die Sicherheit der Bevölkerung werde durch die Einsparungen nicht direkt aufs Spiel gesetzt. Doch die betrieblichen Risiken würden steigen. So sei beispielsweise die Erneuerung der Wetterradare durch die Sparmassnahmen gefährdet.
«Wenn diese nicht rechtzeitig ersetzt werden, führt dies zu ungenaueren Vorhersagen – und möglicherweise zu grösseren Schäden», sagt Uhlenbrook. Die Treffsicherheit des Bundesamts bei Unwettern liegt nach seinen Angaben bei über 86 Prozent.
Hinsichtlich des heissen Sommers hofft Uhlenbrook, dass dieser den politischen Willen für Investitionen im Umwelt- und Klimabereich fördert.
«Je mehr Zeit wir verlieren, je später wir etwas machen, desto teurer wird es im Allgemeinen», sagte er. Trockene Sommer seien in den Klimaszenarien klar vorhergesagt.
El Niño lässt sich noch nicht einordnen
Ob der Sommer weiterhin so heiss bleibt, lässt sich laut dem Meteoschweiz-Direktor noch nicht abschätzen. Laut Weltwetterorganisation (WMO) muss sich die Welt wegen der erwarteten intensiven El-Niño-Phase verstärkt auf Extremwetter-Ereignisse vorbereiten.
Ein El Niño ist durch ungewöhnlich hohe Temperaturen der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Pazifik gekennzeichnet.
Es sei noch verfrüht zu sagen, ob sich das Phänomen auf das Wetter in der Schweiz auswirken werde, sagte Uhlenbrook. Personen, die bereits jetzt einen Zusammenhang herstellen, nannte er im Interview «Alarmisten».















