Mehrere Parteien und Verbände sind gegen Individualbesteuerung

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Bern,

Kompliziert, ungerecht und teuer: Mit diesen Schlagworten bekämpft ein überparteiliches Komitee die getrennte Besteuerung von Eheleuten. Am Dienstag hat es seine Nein-Kampagne zur Individualbesteuerung vorgestellt.

«In steuerlicher Hinsicht eine Scheidung»: Ein überparteiliches Nein-Komitee tritt gegen den Wechsel von der Ehepaar- zur Individualbesteuerung an. Abgestimmt wird am 8. März.
«In steuerlicher Hinsicht eine Scheidung»: Ein überparteiliches Nein-Komitee tritt gegen den Wechsel von der Ehepaar- zur Individualbesteuerung an. Abgestimmt wird am 8. März. - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Über den Wechsel im Steuersystem abgestimmt wird am 8. März. Eine Allianz, zu der SVP, Mitte, EVP und EDU sowie der Gewerbe- und der Bauernverband gehören, bekämpft die vom Parlament mit knappem Mehr beschlossene Vorlage.

Eheleute getrennt statt gemeinsam zu besteuern und damit die Heiratsstrafe zu beseitigen, brächte laut Komitee neue Ungerechtigkeiten. Das Nachsehen hätten vor allem Einverdiener-Ehepaare und Familien mit kleinem Zweiteinkommen. Es brauche andere Mittel gegen die Heiratsstrafe.

Familienbetriebe müssten eine künstliche Trennung ihrer Einkommen für den Steuerzettel hinnehmen, findet das Komitee. Die Kantone und Gemeinden hätten zudem viel Mehrarbeit, um die erwarteten rund 1,7 Millionen zusätzlichen Steuerdossiers zu verarbeiten.

Kommentare

User #6272 (nicht angemeldet)

Die bisherige gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren verstösst eklatant gegen die verfassungsmässige Gleichbehandlung aller Steuerpflichtigen. Das wissen alle, die sich damit beruflich beschäftigen. Die getrennte Besteuerung muss (!) angenommen werden, sonst hagelt es Klagen. – Es ist auch möglich, dass bisher Benachteiligte Steuerrückforderungen einklagen werden.

User #2681 (nicht angemeldet)

Erschreckend, wie schnell ein „Ja“ fällt, weil mit Schlagworten wie „Steuern sparen“ und weiteren, nur Minderheiten zugutekommenden Vorteilen manipulativ geworben wird. Kaum jemand fragt, wer tatsächlich profitiert oder woher die Zahlen des Berichts stammen. Laut BFS haben nur 15–20 % der Ehepaare zwei 100-%-Pensen; die Mehrheit lebt mit Vollzeit/Teilzeit und verliert. Die Heiratsstrafe ist heute durch die Verheiratetentarife weitgehend entschärft. Mit Kindern arbeiten selten beide Eltern voll; erst später greift die Vorlage, zugunsten besserverdienender Paare. Junge Familien verlieren, während Bund, Kantone und Gemeinden bei ihnen kassieren. Eine Reform ist nötig, diese Vorlage schafft jedoch mehr Ungerechtigkeiten als Entlastung.

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