Immer mehr SUVs: Braucht es eine Luxussteuer?
Immer mehr SUVs: Braucht es eine «Luxussteuer», um die schwereren Autos unattraktiv zu machen? Ob das der Umwelt und Sicherheit dienen würde, ist umstritten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der SUV-Boom hat sich in der Schweiz noch verstärkt.
- Das sei aus Umweltgründen und wegen der Verkehrssicherheit ein Problem, mahnen die Grünen.
- Eine Luxussteuer sei nicht angebracht, heisst es dagegen bei der SVP.
Ob man jetzt «Ässjuwii» oder «Suuf» sagt: Die Schweiz ist wohl Weltmeister beim SUV-Anteil bei den Neuzulassungen. 2025 waren mehr als die Hälfte, nämlich 58 Prozent der Neuwagen, sogenannte «Sport Utility Vehicles».
Wenig überrascht ist man darüber im Parlament. Man sehe immer mehr grosse Autos herumfahren, stellt Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter fest. SVP-Nationalrat Thomas Hurter sieht die Gründe dafür im veränderten Freizeitverhalten, inklusive den Sportmöglichkeiten.

Ein grosser Punkt sei sicher auch, dass es eine Verlagerung gegeben habe: «Vom früheren Kombi zum SUV, der ein Allzweck-Fahrzeug geworden ist», so Hurter. Doch das sei gleich aus zwei Gründen ein Problem, sagt Nationalrätin Schlatter.
SUVs: Schwergewichte mit Folgen
Denn die SUVs sind im Schnitt schwerer als ihre leicht tiefergelegten konventionellen Pendants, die Kombis und Limousinen. Der erhöhte Verbrauch ist schlecht für die Umwelt, das Gewicht und die höhere Bodenfreiheit ein Sicherheitsproblem, so Schlatter. «Es ist viel gefährlicher für alle Menschen, die zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind.»
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Škoda Elroq, BMW X7 oder VW T-Roc: In der Statistik mögen sie als SUV geführt werden, wendet SVPler Hurter ein. «Aber sie sind technologisch sehr modern, sind sicher, brauchen einiges weniger an Benzin, als wir das von früher kennen. Darum gab es auch diese Verlagerung.»
Nachfrage oder Angebot
Doch sollten die Autohändler nicht aus eigenem Interesse eher weniger SUVs verkaufen? Schliesslich müssen sie den Zielwert beim CO2-Ausstoss der ganzen Neuwagen-Flotte erfüllen. Andernfalls drohen teure Sanktionen.
«Grundsätzlich haben die Autohändler vor allem die Aufgabe, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen», hält Thomas Hurter fest. Und die Bevölkerung wolle nun mal SUVs.
Wenn man die Autowerbung anschaue, sehe man, dass vor allem SUVs beworben und angeboten würden, hat dagegen Marionna Schlatter festgestellt. «Der Grund ist ganz klar: Man hat eine grössere Marge, kann teurere Autos verkaufen.» Sie fordert, dass der Bund eingreife, damit die Auswahl in der Schweiz weniger beschränkt sei.
Luxussteuer auf besonders schwere Autos?
Wie das gehen soll, ist für Grünen-Schlatter klar: «Je grösser das Auto ist, desto mehr Steuern müsste man dafür auch zahlen.» Das könne eine einmalige Abgabe beim Kauf oder eine fortlaufende Steuer zur Deckung der Umweltschäden aus dem eigenen Portemonnaie sein.
In diese Richtung hat Schlatter bereits mehrere Vorstösse eingereicht. So verweist sie unter anderem auf die Luxussteuer namens «Superbollo», wie sie in Italien angewandt wird. Diese habe sich als wirksames Lenkungsinstrument erwiesen.
Den Konsum der Bevölkerung mit Gesetzen zu steuern, erachte er immer als falsch, sagt dazu SVP-Nationalrat Hurter. «Die Bevölkerung muss man nicht bevormunden, man muss sie informieren.» Die Industrie sei gehalten, das beste Produkt zu bringen. «Selbstverständlich gehört dort auch der Verbrauch dazu, den die Autoproduzenten auch ständig herunterzubringen versuchen, respektive eine Elektrifizierung voranzutreiben.»








