Ignazio Cassis

    «Diskretere Rolle»: Ignazio Cassis reist an ukrainische Grenze

    Ignazio Cassis will an die ukrainische Grenze reisen, wo Schweizer Hilfsgüter ankommen. Ein Treffen mit Präsident Selenskyj in Kiew ist nicht geplant.

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    Das ganze Interview mit Bundespräsident Ignazio Cassis. - Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon drei Wochen an.
    • Heute konnte sich auch die Legislative mit dem Bundesrat darüber austauschen.
    • Ignazio Cassis äusserte sich im Nau.ch-Interview zu den diplomatischen Möglichkeiten.

    Der grösste Teil des Morgens im Nationalratssaal in Bern wurde dem Ukraine-Krieg gewidmet. Die Fraktionen und betroffene Bundesratsmitglieder konnten sich äussern, Fragen beantworten und Forderungen stellen.

    Bundesrat Nationalrat Ukraine
    Die vier Bundesratsmitglieder Simonetta Sommaruga, Karin Keller-Sutter, Ignazio Cassis und Viola Amherd (v. l. n. r.) im Nationalratssaal, 16. März 2022. - Keystone

    Bundespräsident Ignazio Cassis war auch anwesend. Der Aussenminister hat schon viel über den Krieg gesagt. Er wird aber von der Neutralität etwas eingeengt. Die Schweiz unterstützt zwar die Ukraine, muss sich jedoch vorsichtig äussern und noch vorsichtiger agieren.

    Ignazio Cassis: Reise nach Kiew keine Option

    Der Frage, ob er auch nach Kiew reisen würde, wie es die Staatschefs von Polen, Slowenien und Tschechien gemacht haben, verneint Cassis. «Die Schweiz ist aufgrund ihrer Neutralität prädestiniert, eine diskretere Rolle zu spielen», so der Bundespräsident. Diese will er nächste Woche mit einer Reise nach Polen und Moldawien, an der Grenze zur Ukraine, wahrnehmen, wie das EDA bestätigt.

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    «Die Schweiz ist aufgrund ihrer Neutralität prädestiniert, eine diskretere Rolle zu spielen», so Bundespräsident Ignazio Cassis. - Nau.ch

    Aber solche diplomatischen Besuche seien natürlich symbolträchtig: «Kriege werden auch mit Symbolen gewonnen und verloren. Ich reihe diese Bemühung dieser Staaten als Versuch, in die Symbolik hineinzukommen, ein.» So wollten diese Länder sowohl Russland, als auch der Ukraine, «ganz klare Signale» senden.

    Ukraine Kiew Polen Tschechien
    Die ukrainische Regierung trifft auf die Staatschefs von Polen, Slowenien und Tschechien am 15. März 2022 in Kiew. - Keystone

    Für die Schweiz und für Europa sei der Krieg eine ungewohnte Sache: «Demzufolge entdecken wir ‹en cours de route› neue Ereignisse und neue Verhandlungsweisen.» Cassis beobachte auch, dass sich viele Länder als Verhandlungsplattformen für die Kriegsparteien positionierten.

    Glauben Sie, dass der Krieg in der Ukraine bald beendet wird?

    «Wir begrüssen es explizit», so der Tessiner. «Jede Bemühung, die zum Waffenstillstand oder zu humanitären Korridoren führen kann, ist willkommen.» Die Schweiz stehe zur Verfügung, falls erwünscht.

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