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    Ernährungs-Initiative: Das sagt Mitte-Nationalrat Dominik Blunschy

    Dominik Blunschy
    Dominik Blunschy

    Schwyz,

    Weniger Fleisch aus der Schweiz bedeutet nicht weniger Fleisch auf dem Teller. Ein Gastbeitrag des Schwyzer Mitte-Nationalrats Dominik Blunschy.

    Dominik Blunschy Die Mitte
    Dominik Blunschy sitzt für die Mitte im Nationalrat. - zVg

    Schauen Sie das nächste Mal beim Einkaufen genau hin. Bei Rindfleisch sind die Importe im ersten Halbjahr 2025 um 13,3 Prozent gestiegen. Bei Poulet importierte die Schweiz 2025 rund 64'000 Tonnen, das ist etwa ein Drittel des gesamten Konsums, ein grosser Teil davon aus Brasilien.

    Und mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und den Mercosur-Staaten könnte insgesamt noch mehr Fleisch aus dem Ausland kommen. Dreitausend Tonnen zusätzliches Rindfleisch, tausend Tonnen zusätzliches Geflügel, zollfrei.

    Die Importe nehmen zu, ob das Abkommen am Ende durchkommt oder nicht. Und genau diese Entwicklung will die Ernährungsinitiative noch zusätzlich verschärfen.

    Die Initiative fordert eine Selbstversorgungsquote von 70 Prozent. Um das zu erreichen, müsste die Schweiz die Tierproduktion massiv zurückfahren. Weniger Kühe, weniger Schweine, weniger Poulets im eigenen Land. Nur verschwindet der Hunger auf Fleisch dadurch nicht.

    Ernährungsinitiative
    Blunschy: «Die Initiative ist nur umsetzbar, wenn der Staat uns vorschreibt, was auf den Teller kommt.» (Symbolbild) - keystone

    Die neusten Zahlen des Bundes zeigen das Gegenteil. Der Fleischabsatz in der Schweiz hat 2025 den höchsten Stand seit 2017 erreicht, der Verbrauch pro Kopf steigt weiter.

    Wenn wir im Inland weniger produzieren, aber weiterhin gleich viel oder mehr essen, füllt sich die Lücke von aussen. Aus Ungarn, aus Deutschland, aus Uruguay.

    Die Ernährungsinitiative würde also nicht zu weniger Fleisch führen, sondern zu mehr importiertem Fleisch. Dabei hat die Schweiz gute Voraussetzungen für eigene Milch und eigenes Fleisch. Über zwei Drittel unserer landwirtschaftlichen Fläche sind Grasland und Alpweiden.

    Auf vielen dieser Flächen liesse sich kaum sinnvoll Ackerbau betreiben, das Gelände ist zu steil oder zu hoch, dafür wächst dort bestes Gras für Kühe. Im Sommer verbringen viele unserer Rinder die Zeit auf der Alp, bevor sie im Tal Milch geben oder für die Fleischproduktion genutzt werden.

    Wie stimmst du bei der Ernährungsinitiative ab?

    Diese Weidehaltung ist ein natürlicher Vorteil unserer Landschaft. Wer die Tierproduktion bei uns zurückbindet, verzichtet auf genau diesen Standortvorteil und ersetzt Schweizer Fleisch durch Importware, deren Produktionsbedingungen wir kaum kontrollieren können.

    Die Initiative ist nur umsetzbar, wenn der Staat uns vorschreibt, was auf den Teller kommt. Ich bin überzeugt, dass die Schweizer Bevölkerung weiterhin selbst entscheiden soll, was sie isst.

    Und ich traue unserer Landwirtschaft zu, sich anzupassen, wenn sich die Nachfrage ändert. Freiwillig, ohne Staatszwang. Ich will nicht zum Vegetarier oder Veganer umerzogen werden.

    Und ich will erst recht nicht, dass mein Fleisch künftig von weit herkommt, statt vom regionalen Bauernhof. Darum lehne ich die Ernährungsinitiative entschieden ab.

    Zum Autor

    Dominik Blunschy (*1987) ist seit 2023 für Die Mitte im Nationalrat. Dort repräsentiert er den Kanton Schwyz.

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    Kommentare

    User #9179 (nicht angemeldet)

    Selbstversorgung von 70% hatten wir nie und werden wir nie haben. Zu viele Leute, zu dicht verbaut, zu intensive Landwirtschaft, zu viele Subventionen verursachen Probleme. Diese Initiative ist ein Wolf im Schfspelz

    User #5139 (nicht angemeldet)

    Pro Fruchtsorte braucht es meist neues Gerät zum Bestellen, das wären massive mehr kosten--- Soviel ich weis ist bei dem was jetzt angebaut wird Deckungsgrad selbstversorgung sehr hoch, da wären Zahlen mal für Volk interesant um es besser ein zu schätzen--- Gehen wir davon aus obere Probleme wäre man Willens diese innert eines Jahrzehntes zu Lösen, hätten wir weiteres Problem des ernte Zeitpunktes der mit maximaler Arbeitsleistung Kollidiert. Den Landwirte Wachsen nicht auf Bäumen--- Klar man könnte Jung Landwirten Chance geben (würde ich sehr gerne machen), dies würde wiederum höheres Grund Invest bedingen und heutige Landwirte eh schon zu klein um sich sinnvoll zu refinanzieren---

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