Bundesrat

    Bundesrat will Fördergelder von Medien aufstocken

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Der Bundesrat hat ein Paket zur Medienförderung verabschiedet. Nun entscheidet das Parlament, wie viele Staatsgelder künftig fliessen sollen.

    Medien
    In Genf ist ein neues, digitales Medium ins Leben gerufen worden, der «Tribune des Nations». (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bundesrat will die Fördergelder von Medien um mehrere Millionen aufstocken.
    • Nun muss noch das Parlament entscheiden, ob das Medienpaket verantwortbar ist.

    Der Bundesrat will Zeitungen, Radio- und TV-Stationen sowie Nachrichtenagenturen künftig stärker unterstützen. Für die indirekte Presseförderung sollen neu 50 statt 30 Millionen Franken zur Verfügung stehen. Onlinemedien sollen pro Jahr 30 Millionen Franken erhalten.

    Der Bundesrat hat am Mittwoch die Botschaft zum Massnahmenpaket zugunsten der Medien verabschiedet. Er will das Radio- und Fernsehgesetz sowie das Postgesetz teilweise revidieren. Zudem soll ein auf zehn Jahre befristetes Mediengesetz geschaffen werden. Das Parlament könnte sich bereits in der Sommersession im Juni zum ersten Mal mit der Vorlage befassen.

    Zeitungen
    Die gedruckte Ausgabe wird Ende 2025 in der ganzen Schweiz eingestellt. - keystone

    Neben der SRG, die aktuell 1,2 und ab 2021 1,25 Milliarden Franken vom Gebührentopf erhält, fliessen bis anhin 111 Millionen Franken pro Jahr an die privaten Medien: 81 Millionen an die lokalen Radio- und Fernsehstationen und 30 Millionen in die Postzustellung der Regional- und Lokalpresse.

    Medienmarkt in der Krise

    Am Ausbau der Medienförderung schieden sich in der Vergangenheit die Geister. Verschiedene Reformen fanden keine Mehrheit - sei es in der Regierung, sei es im Parlament. Auch ein provisorisches Notpaket während der Corona-Krise im Umfang von 78 Millionen Franken scheiterte jüngst.

    Nun präsentiert der Bundesrat ein neues Modell. Dieses ist für die Branche wichtig. Der Druck auf die Medien ist derzeit grösser denn je. Schon vor der Corona-Krise sanken die Werbeerlöse rasant. Seit der Jahrtausendwende hat die Schweizer Presse mehr als zwei Drittel ihrer Werbeeinnahmen verloren.

    Medien Schweiz
    Seit Wochen gehen die Werbeeinnahmen bei Schweizer Medien zurück. - Keystone

    Die Pandemie hat die vorhandenen Probleme noch einmal vergrössert. Die Verlagshäuser sehen sich dadurch gezwungen, immer mehr Kosten auf die Abonnenten abzuwälzen sowie Personal abzubauen.

    Kein Geld für rein werbefinanzierte Medien

    Im vergangenen Sommer hatte Medienministerin Simonetta Sommaruga vorgeschlagen, bloss Onlinemedien zu unterstützen, die ihre Inhalte verkaufen. Dieses Modell hat der Bundesrat nun konkretisiert. Unterstützt werden Onlinemedien, die auf Erträge der Leserschaft zählen können. Angerechnet werden Einnahmen aus Onlineabos, Tagespässen oder Einzelabrufen sowie freiwillige Beiträge der Leserschaft.

    Simonetta Sommaruga
    Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Spendentelefon der Glückskette in den Studios des Schweizer Fernsehen in Zürich. - Keystone

    Die Unterstützung soll sich am Publikumsumsatz bemessen und degressiv ausgestaltet werden. Damit nimmt der Anteil der Unterstützung mit zunehmender Höhe des Umsatzes ab. Dies führt zu einer stärkeren Unterstützung von Medienangeboten mit einer regionalen Ausrichtung.

    Hängige Motionen

    Ob das Medienpaket im Parlament mehrheitsfähig ist, wird sich in den kommenden Monaten weisen. Klar ist, dass die Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) die Notlage erkannt haben. Sie haben - teilweise mit grossen Mehrheiten - Motionen eingereicht, die Soforthilfe für die Medien fordern.

    Unterstützt werden soll die Nachrichtenagentur Keystone-SDA, zudem soll die Zustellung von Zeitungen verbilligt werden. Schliesslich verlangen sie, dass die regionalen Radio- und Fernsehveranstalter mit zusätzlichen 30 Millionen Franken unterstützt werden.

    Diese Vorstösse werden voraussichtlich bereits nächste Woche an der ausserordentlichen Session behandelt. Sie sollen die Zeit überbrücken, bis das nun kommunizierte Medienpaket in Kraft tritt.

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