Roger Köppel (SVP) lanciert Weltwoche Daily auf Youtube

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Zürich,

    Die No Billag-Initiative und der personelle Kahlschlag bei der SDA beschäftigen die Medienwelt. Gleichzeitig geht «Weltwoche»-Chefredaktor und SVP-Vordenker Roger Köppel in die grosse Digital-Offensive. Seine neue Sendung gibts vier Mal pro Woche.

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    Weltwoche-Chef Roger Köppel (SVP) verlangt für seine Show vorerst kein Geld. - Nau

    Das Wichtigste in Kürze

    • «Weltwoche»-Chef Roger Köppel lanciert ein eigenes «Nachrichtenformat»
    • Er will viermal pro Woche über die wichtigsten Nachrichten referieren - «aus einer anderen Sicht».
    • Der SVP-Nationalrat sieht seine neue Sendung als «Ausbalancieung» zur angeblich einseitigen SRG.

    In der Medienschweiz bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Die No Billag-Initiative erschüttert die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt in ihren Grundfesten, die Redaktion der Schweizerischen Depeschenagentur SDA streikt und demonstriert auf der Strasse (Nau berichtete).

    Gleichzeitig gehen Politiker selbst auf Sendung und umgehen so die Filterfunktion der klassischen Medien. SVP-Nationalrat Thomas Matter produziert aufwändige Sendungen, SP-Politiker Cédric Wermuth setzt voll auf Live-Diskussionen (Nau berichtete).

    Sendung künftig «fast jeden Tag»

    Nun springt auch SVP-Nationalrat Roger Köppel auf den Zug auf. Der Boss der rechtsgerichteten «Weltwoche» lancierte am späten Montagabend seine neue Youtube-Show «Weltwoche Daily». Dem polarisierenden Politiker und Verleger geht es dabei darum, «fast jeden Tag» ab 16 Uhr 30 Uhr «die wichtigsten Nachrichten des Tages aus anderer Sicht» auf Smartphones, Tablets und Computer zu liefern.

    Christoph Blocher diskutiert seit über zehn Jahres auf Tele Blocher - allerdings nur wöchentlich. Köppel will die Kadenz vervierfachen.
    Christoph Blocher diskutiert seit über zehn Jahres auf Tele Blocher - allerdings nur wöchentlich. Köppel will die Kadenz vervierfachen. - Youtube

    So sollen die Bürgerinnen und Bürger zumindest von Montag bis Donnerstag informiert sein, «bevor die SRG in ihrem einseitigen Sound ihre Sicht der Dinge darlegt». In der Pilotfolge referiert der Zürcher Nationalrat über das WEF oder interviewt «NZZ»-Chef Eric Gujer.

    Bestätigt Köppel die «Blocherisierung»?

    Er sieht sein Nachrichten-Format ganz konkret als «Ausbalancierung der Dauerberieselung durch das zwangsgebührenfinanzierte Radio und TV». Damit dürfte er jenen No Billag-Gegnern in die Karten spielen, welche vor einer «Blocherisierung» der Schweizer Medienlandschaft warnen.

    Sicher ist: SVP-Vordenker Blocher selbst gilt als einer der ersten, die ihre Ansichten via Internet-TV verbreiten. Auf den Youtube-Zug aufgesprungen ist selbst die SRG. Die Legitimation dazu ist aber höchst umstritten (Nau berichtete).

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