Bundesrat will bei Sportanlässen dabei sein

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Bern,

    Immer wieder sorgen Besuche des Bundespräsidenten an Sport-Events für Kritik. Doch die Landesregierung will daran festhalten – auch in autoritären Staaten.

    Alain Berset Sport Coronavirus
    Bundespräsident Alain Berset (SP) beim Spiel an der Fussball-WM in Russland zwischen der Schweiz und Brasilien am 17. Juni 2018. Wann gibt es solche Bilder wieder in Schweizer Stadien? - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Politiker kritisieren die Präsenz des Bundespräsidenten an umstrittenen Grossanlässen.
    • Die Landesregierung will aber an dieser Praxis festhalten.
    • Auch mit autoritären Staaten sei ein konstruktiver Dialog wesentlich.

    17. Juni 2018, Rostow. Die Schweizer Fussball-Nati bestreitet ihr ersten Spiel der Weltmeisterschaft gegen Mitfavorit Brasilien. Der Jubel nach dem Ausgleich von Steven Zuber in der 50. Minute ist riesig.

    Der Schweizer Nationalspieler Steven Zuber bejubelt an der Fussball-WM in Russland das 1:1 gegen Brasilien.
    Der Schweizer Nationalspieler Steven Zuber bejubelt an der Fussball-WM in Russland das 1:1 gegen Brasilien. - Keystone

    Mittendrin: Bundespräsident Alain Berset. Wie so oft lässt es sich der amtierende Bundespräsident nicht nehmen, bei sportlichen Grossanlässen mit Schweizer Beteiligung persönlich vor Ort zu sein.

    Einmal mehr sorgte der Besuch allerdings für Unmut bei der Linken. Denn die Präsenz des Bundespräsidenten mache aus dem Sportevent eine politische Veranstaltung, so die Argumentation. Im Putin-Russland umso mehr.

    Grüne Kritik am Bundesrat

    Die Grünen forderten den Bundesrat deshalb auf, den jeweiligen primus inter pares nicht zu Fussball-WM oder Olympia zu schicken, wenn der entsprechende Staat «die Rechte von Minderheiten, beispielsweise von LGBTI-Menschen, und auch die Menschenrechte allgemein mit Füssen tritt.»

    Alain Berset traf an der Fussball-WM in Russland auch FIFA-Präsident Gianni Infantino.
    Alain Berset traf an der Fussball-WM in Russland auch FIFA-Präsident Gianni Infantino. - Keystone

    Ein solcher Fall werde schon in vier Jahren und der WM in Katar auftreten, sagen die Grünen. Nun hat die Landesregierung auf die Interpellation reagiert. Und sagt sinngemäss: Interessiert uns nicht!

    Bundesrat: Dialog auch mit autoritären Staaten wichtig

    Denn die internationalen Kontakte des Bundespräsidenten würden der Umsetzung der schweizerischen Aussenpolitik helfen, schreibt der Bundesrat in seiner Antwort. Traditionell bemühe sich die Schweiz um gute Beziehungen zu allen Staaten.

    Ein konstruktiver Dialog sei gerade mit autoritären Staaten wesentlich. Die Regierung versichert aber: «Dabei wird jeder Kontakt auf Präsidialebene respektive jede Reise der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten auf die politische Opportunität hin geprüft.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    64 Interaktionen
    Alles zur WM 2018
    Auf Twitter
    3 Interaktionen
    «Stolz auf dich»

    MEHR AUS STADT BERN

    YB Köbi Brechbühl Nati
    20 Länderspiele
    YB Fassnacht Schweizer Nati
    3 Interaktionen
    Bei Sieg in Luzern
    gg
    84 Interaktionen
    Welt-Neuheit