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Bund und SBB unterschreiben Vereinbarung über Güterverkehr

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Bern,

Der Bund unterstützt SBB Cargo mit 260 Millionen Franken für vier Jahre, um den Einzelwagenladungsverkehr kostendeckend zu betreiben.

SBB Cargo
Von SBB Cargo verlangen sowohl das Komitee gegen den Abbau im Tessin als auch die Tessiner Regierung eine seriöse Strategieüberprüfung. (Symbolbild) - keystone

Der Bund hat der SBB den Leistungsauftrag für den sogenannten Einzelwagenladungsverkehr erteilt. SBB Cargo erhält vom Bund dafür in den nächsten vier Jahren 260 Millionen Franken, wie die SBB am Montag mitteilten.

Im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) werden einzelne Güterwagen aus Anschlussgleisen von Kunden oder ab Rampen gesammelt, zu Zügen formiert und in Rangierbahnhöfe gebracht. Dort werden neue Züge nach Zielregion zusammengestellt. SBB Cargo habe auf die entsprechende Ausschreibung des Bundes als einziges Eisenbahnverkehrsunternehmen ein Angebot eingereicht.

Die Leistungsvereinbarung basiert auf dem revidierten Gütertransportgesetz, mit dem das Parlament im Frühling 2025 beschlossen hat, den Einzelwagenladungsverkehr für acht Jahre befristet zu fördern. Für die ersten vier Jahre stehen dafür 260 Millionen Franken zur Verfügung.

Zukunftspläne und Investitionen

Im Jahr 2024 verzeichnete SBB Cargo Schweiz mit diesem Transportangebot einen Verlust von 81 Millionen Franken. Als SBB-Eigentümerin verlangt die Eidgenossenschaft, dass der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) künftig kostendeckend betrieben wird.

Um effizienter zu werden, investiert die SBB in modernes Rollmaterial und entwickelt ein neues Betriebsmodell für den EWLV. Dieses soll mit dem Fahrplanwechsel 2026/2027 in Kraft treten.

Ziel der SBB sei es, möglichst viele lange, schnelle Verbindungen durch die Schweiz zu fahren, hiess es in der Mitteilung. Bedienpunkte mit zu geringer Nachfrage werden künftig von SBB Cargo Schweiz nicht mehr angeboten. Trotzdem könnten damit auf Basis der aktuellen Mengen rund 98 Prozent der Wagen weiterhin transportiert werden.

Handlungsdruck trotz Fachkräftemangel

Das neue EWLV-Modell werde aktuell basierend auf den Kundenverträgen und den erwarteten Transportmengen erarbeitet, präzisierten die SBB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Entsprechend können wir erst im Frühling 2026 sagen, welchen Einfluss das neue Produktionsmodell auf die Mitarbeitenden hat.»

Die SBB würden gemeinsam mit den Sozialpartnern Lösungen für möglichst alle betroffenen Mitarbeitenden erarbeiten. Dabei helfen Demografie und Fachkräftemangel. Wichtig sei dabei aber: «Wenn wir jetzt nicht handeln, müssen wir den EWLV einstellen», so die SBB weiter.

Stellenabbau im kombinierten Verkehr angekündigt

Die SBB transportieren Güter in drei Verkehrsarten auf der Schiene – neben dem Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) gibt es den kombinierten Verkehr (KV) und den Ganzzugsverkehr. Letzterer ist heute kostendeckend, KV und EWLV sind hingegen defizitär.

Im Mai hatten die SBB angekündigt, im KV 65 Stellen zu streichen. Zwei Drittel des Abbaus betreffen das Tessin, ein Drittel die Deutschschweiz. Die Förderung des EWLV habe darauf keinen Einfluss, betonten die SBB auf Anfrage weiter.

Kommentare

User #78 (nicht angemeldet)

Interessant wäre eigentlich gewesen, was "der Bund" gemacht hätte wenn auch SBB Cargo sich nicht "beworben" hätte. Allerdings steht SBB Cargo auch politisch/ personel unter Druck, sich für das Verlustgeschäft "bewerben" zu müssen. Ökologisch sinnvoll ist es allemal (hoffentlich). Die Frage ist eigentlich: wieso gibt es bei den steigenden Transportraten (LKW) so wenig (Einzel-) Wagenladungen. Wenn es tatsächlich lukrativ wäre, dann würden sich die Güterverkehrs Unternehmen darum reissen.

User #1006 (nicht angemeldet)

Transit auf die Schiene, Binnenverkehr entlasten. Das reduziert Emissionen, schützt die Alpen und stärkt gleichzeitig den Standort Schweiz. So profitiert unsere Wirtschaft und unsere Bevölkerung, ohne ideologische Experimente.

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