Bund rechnet mit zunehmender Knappheit an Wohnungen
Der Wohnungsmangel in der Schweiz dürfte sich weiter verschärfen. Der Direktor für Wohnungswesen warnt, dass kurzfristig keine Entspannung in Sicht ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Martin Tschirren erwartet im kommenden Jahr eine weitere Zunahme der Wohnungsknappheit.
- Treiber sind Bevölkerungswachstum, Zuwanderung, mehr Haushalte und eine anziehende Wirtsch
- Der Aktionsplan von Bund und Kantonen wirkt für Wohnungswesen nur mittel- bis langfristig.
Der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen, Martin Tschirren, rechnet im kommenden Jahr mit einer Zunahme des Wohnungsmangels. «Die Ursachen für die Wohnungsknappheit lassen sich nicht so schnell ändern», sagte Tschirren in einem Interview mit «Blick» vom Samstag.
Zu den Ursachen zählen laut Tschirren die steigende Anzahl der Haushalte, das Bevölkerungswachstum, die Zuwanderung und die Wirtschaftsentwicklung. Letzterer Punkt sei ein zentraler Faktor, sagte der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO).
Zwar habe es durch die Unsicherheit wegen der US-Zölle letztes Jahr eine leichte Abkühlung gegeben und Firmen seien zurückhaltender geworden. «Wenn die Wirtschaftsentwicklung wieder etwas anzieht, wird die Nachfrage nach Arbeitskräften und damit auch nach Wohnraum tendenziell wieder grösser», sagte Tschirren. Doch spiele nicht nur die hohe Nachfrage nach Wohnraum eine Rolle, gab er zu bedenken. Auch das ungenügende Angebot und die tiefe Bautätigkeit führe zur Knappheit.
Der Bund hatte Anfang 2024 zusammen mit den Kantonen, den Städten, Gemeinden, der Immobilienwirtschaft und der Zivilgesellschaft einen Aktionsplan erstellt. Darin finden sich über 30 Massnahmen, die für mehr Wohnraum und vor allem mehr Wohnungen zu erschwinglichen Preisen sorgen. Doch die darin formulierten Massnahmen zielen laut dem BWO-Direktor auf mittel- bis langfristige Effekte ab. «Eine schnelle Verbesserung sehe ich im Moment nicht», sagte er.








