An einer Pressekonferenz in Locarno TI hat Bundesrat Alain Berset die wichtigsten Eckpunkte der Kulturbotschaft 2025 bis 2028 vorgestellt.
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Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz am Filmfestival in Locarno TI. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Alain Berset hat die wichtigsten Eckpunkte der Kulturbotschaft 2025 bis 2028 vorgestellt.
  • Sie beinhaltet etwa flexiblere Fördersysteme und verbesserte Arbeitsbedingungen.

Flexiblere Fördersysteme, verbesserte Arbeitsbedingungen und ein effizienteres Zusammenspiel der verschiedenen Förderinstanzen: An einer Medienkonferenz hat Bundesrat Alain Berset die wichtigsten Eckpunkte der Kulturbotschaft 2025 bis 2028 vorgestellt.

Auch die Bewältigung des digitalen Wandels, der Umgang mit Kulturerbe und die Frage der Nachhaltigkeit seien Schwerpunkte der Kulturbotschaft. Dies sagte der Kulturminister an der Medienkonferenz am Rande des Filmfestivals Locarno im Palacinema.

Die Kulturbotschaft für die Förderperiode 2025 bis 2028 definiert die Leitlinien der Kulturpolitik des Bundes. Im Frühling 2023 wird die Kulturbotschaft dem Bundesrat vorgelegt, bevor sie anschliessend in die Vernehmlassung geht.

Kultursektor befindet sich im Umbruch

Der Kultursektor befinde sich generell im Umbruch. Durch die Pandemie sei diese Entwicklung noch akzentuiert worden, hielt Berset fest. Die neuen Produktions- und Konsumformen veränderten die Kulturbranche.

Umso wichtiger sei eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden und privaten Förderern. Auch das Engagement von Laien in der Kultur sei nicht zu unterschätzen: «Ohne Laien keine Profis», fasste Berset zusammen.

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Der britische Schauspieler Aron Taylor-Johnson (2-r) und die Filmemacherin Samantha Louise Taylor-Wood unterhalten sich am Filmfestival in Locarno mit Bundesrat Alain Berset. - keystone

Berset kam in der Medienkonferenz auch auf die vom Stimmvolk gutgeheissene Filmgesetzrevision zu sprechen. Durch diese dürften Investitionen durch die Streaminganbieter in das schweizerische Filmschaffen in den nächsten Jahren steigen. Das stärke auch die Konkurrenzfähigkeit.

Parallel zur steigenden Bedeutung der Streaming-Plattformen verläuft allerdings ein markanter Publikumsschwund in den Schweizer Kinosälen. Dies sagte die Direktorin des Bundesamtes für Kultur BAK Carine Bachmann. Bis Ende Juli seien die Kinoeintritte in der Schweiz im Vergleich mit demselben Zeitraum 2019 um 35 Prozent zurückgegangen.

Nur «starkes Zusammengehen» kann Filmstandort stärken

Das BAK habe eine Studie zur Finanzierung der audiovisuellen Produktion in der Schweiz in Auftrag geben, fuhr Bachmann fort. Diese solle helfen, «Perspektiven für die Zukunft zu identifizieren». Die Filmbranche sei in die Studie miteinbezogen und erste Details würden im Januar im Rahmen der Solothurner Filmtagen vorgestellt.

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4 Prozent Abgaben für den Schweizer Film: Streaming-Dienste werden mit dem neuen Filmgesetz in die Pflicht genommen. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Es sei jedoch bereits heute klar, dass nur ein «starkes Zusammengehen» den Filmstandort Schweiz stärken könne, erklärte Bachmann weiter. Die Bedeutung der öffentlichen Filmförderung müsse gestärkt werden, damit unabhängiges Filmschaffen weiterhin möglich sei.

Berset betonte an der Medienkonferenz die soziale Funktion der Kultur in einer immer stärker polarisierten Gesellschaft: «Kultur schafft Verständnis», hielt der Bundesrat fest. Zudem biete die Kultur wichtige «Räume des Nachdenkens und der Freiheit».

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