Bauernverband fordert höhere Preise und Notkredite
Notschlachtungen wegen Futtermangels, Einbruch der Milchmenge wegen hitzegeplagter Tiere, Wassermangel wegen fehlender Niederschläge: Der Bauernverband schlägt Alarm und fordert Massnahmen von Wirtschaft und Politik.

Die konstant hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit besorgen den Schweizer Bauernverband (SBV), wie dieser in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Die konkreten Folgen für den Markt seien drastisch.
Da das Winterfutter bereits verfüttert worden sei, griffen Betriebe vermehrt zur Herdenverkleinerung – mit direkten Folgen für den Fleischmarkt. Zudem meldet der Verband einen starken Rückgang der Milchproduktion. Grund dafür seien neben der Hitze und dem Futtermangel auch eine «neue, aus wärmeren Gefilden eingewanderten Krankheit».
Höhere Preise gefordert
Der SBV appelliert deshalb an den Detailhandel. Dieser müsse nicht nur höhere Produzentenpreise zahlen, sondern auch die Qualitätsanforderungen senken, beispielsweise für kleineres oder deformiertes Gemüse wie Kartoffeln.
Gefordert sei auch die Politik. Von den Kantonen fordert der Verband einen einfachen Zugang zu zinslosen Betriebshilfedarlehen sowie Kulanz bei der Rückzahlung von Investitionskrediten. Damit sollen Liquiditätsengpässe abgefedert werden.
Mittel- und langfristig müsse der Bund ausreichende Finanzmittel bereithalten, um Betriebe bei Anpassungs- und Schutzmassnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen, so der SBV. Zudem brauche es Versicherungslösungen gegen Ernteausfälle durch Dürre.
Ein offener Brief von Bäuerinnen und Bauern hatte den Verband Ende Juli aufgefordert, tätig zu werden. Einige Forderungen übernahm er nun in seiner Mitteilung, auf andere ging er nicht ein. Eine der Hauptforderungen des Briefes war, dass der SBV aufhören müsse, umwelt- und klimapolitische Vorlagen zu bekämpfen, und sich stattdessen effektiv für Massnahmen einsetzen solle, welche die Erderwärmung abbremsen.










