In der «Arena» diskutierten die Gäste über die AHV-Vorlage. Natürlich drehte sich dabei alles ums Rentenalter der Frauen.
«Arena» Rentenalter
Die «Arena»-Gäste vom Freitagabend (von links nach rechts): SVP-Nationalrat Albert Rösti, FDP-Nationalrätin Regine Sauter, Moderator Mario Grossniklaus, Nationalrätin Grüne Regula Rytz und der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). - Screenshot/SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • In der «Arena» vom Freitagabend wurde über die AHV-Reform diskutiert.
  • Im Zentrum stand die Erhöhung des Rentenalters der Frauen.

Die Zeit drängt: Bis 2030 fehlen der AHV gemäss Berechnungen des Bundes rund 26 Milliarden Franken. Der Bundesrat schlägt deshalb unter anderem vor, das Rentenalter für Frauen auf 65 zu erhöhen. Dadurch würde zusätzliches Geld in die Kasse fliessen.

Wird damit die Sanierung der AHV zu Unrecht auf dem Buckel der Frauen ausgetragen? Oder handelt es sich um eine längst überfällige Massnahme – auch im Sinne der Gleichstellung? Diese Fragen wollte Mario Grossniklaus am Freitagabend von seinen Gästen in der 36. Renten-«Arena» beantwortet haben.

Albert Rösti «Arena»
«Wir kommen nicht darum herum, das Rentenalter der Frauen zu erhöhen», sagte SVP-Nationalrat Albert Rösti in der «Arena». - Screenshot/SRF

Albert Rösti machte gleich von Beginn weg seine Position klar: «Es braucht eine Anpassung an die Lebenserwartung und das ist ein erster Schritt.» Man komme nicht drumherum, das Rentenalter für die Frauen zu erhöhen, so der SVP-Nationalrat.

Regula Rytz, Nationalrätin der Grünen, möchte vor der Erhöhung zuerst eine andere Baustelle angehen. «Frauen verdienen weniger, arbeiten Teilzeit oder setzen einige Jahre aus, um sich der Familie zu widmen.»

Durchschnittlich hätten Frauen deshalb rund 20'000 Franken weniger Rente im Jahr, sagte Rytz und fasste zusammen: «Insgesamt sparen Frauen nicht das gleiche Rentenkapital an wie Männer. Diese Diskriminierung müssen wir beseitigen bevor wir über gleiches Rentenalter sprechen können.»

Regula Rytz «Arena»
Regula Rytz, Nationalrätin der Grünen, sagte in der «Arena», man müsse erst die Renten-Diskriminierung angehen, bevor man über eine Rentenerhöhung nachdenken kann. - Screenshot/SRF

Schlagabtausch zwischen Gewerkschafter und SVPler

Energisch legte Daniel Lampart los. Der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) wandte sich mit spitzzüngigen Worten an die Befürworter der Reform. «Statt die Rentensituation der Frauen zu verbessern, wollen sie ihnen noch mehr Sachen wegnehmen. Ich weiss nicht, wo sie leben.»

Daniel Lampart «Arena»
Gewerkschafter Daniel Lampart kämpft in der «Arena» gegen das Rentenalter 65 für Frauen. - Screenshot/SRF

Rösti reagierte auf die Anfeindung und fragte: «Wo leben sie, wenn sie im Moment die Frauen in den Vordergrund stellen und nicht bereit sind das wichtigste Sozialwerk in kleinen Schritten zu sanieren.» Der SVP-Nationalrat warf Lampart vor, «auf dem Buckel der Jungen», die Rentenerhöhung «um jeden Preis verhindern» zu wollen.

Er hielt zudem fest, dass die Frauen nur 30 Prozent der Sanierung bezahlen werden. Der Rest sei mit der Mehrwertsteuererhöhung, «bei der alle partizipieren», und der Flexibilisierung des Rentenalters finanziert.

FDP-Sauter stört sich an der Frauendiskussion

Lampart liess sich von Rösti nicht entmutigen und erwähnte die über 300'000 Unterschriften, die die Gewerkschaften im Internet gegen die AHV-Reform gesammelt hatten. «Das sind mehr Unterschriften in einer Woche, als je zuvor gesammelt wurden. Die Frauen lassen sich inzwischen nicht mehr alles bieten, warum sonst haben so viele unterschrieben?»

Dieser letzte Satz löste etwas bei Regine Sauter aus. Die Nationalrätin der FDP sagte, es störe sie, wenn man immer sage, es seien die Frauen. «Frauen sind nicht einfach eine homogene Masse, die alle die gleiche Meinung haben. Ich bin auch eine Frau, ich habe aber eine andere Meinung», so die Unterstützerin des Rentenalters 65.

Regine Sauter «Arena»
FDP-Nationalrätin Regine Sauter störte sich in der «Arena» daran, dass die AHV-Vorlage immer zur «Frauendiskussion» wird. - Screenshot/SRF

Sie streite nicht ab, dass es noch immer Ungleichheiten zwischen Frau und Mann gebe, so Suter. Es gehe jetzt aber um die Sicherheit der Sozialwerke und die Sanierung der AHV. «Die Jungen, erwerbstätigen Leute haben ohne Reform das Nachsehen und müssen dann die Löcher stopfen.»

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