«Arena»: Aussage von CVP Ruth Humbel sorgt im Netz für Empörung

    Simon Binz
    Simon Binz

    Zürich,

    In der «Arena» wurde wieder über Corona-Fälle und -Tote diskutiert. Eine Aussage von CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sorgte dabei im Netz für grosse Empörung.

    «Arena» Ruth Humbel
    Das war die 18. «Arena» zum Thema Coronavirus mit SVP-Nationalrätin Esther Friedli, FDP-Ständerat Andrea Caroni, CVP-Nationalrätin Ruth Humbel und der Co-Präsidentin der SP Schweiz, Mattea Meyer (links nach rechts). - Screenshot/SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der «Arena» wurde am Freitagabend zum 18. Mal über das Coronavirus diskutiert.
    • CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sorgte dabei mit einer Aussage zu den Toten für Aufsehen.

    Die Corona-Fallzahlen in der Schweiz halbieren sich alle zwei Wochen. Die Belegung der Intensivbetten hat sich stabilisiert. Die Task Force des Bundes stellt fest: «Das erste Etappenziel ist erreicht.»

    Doch was ist mit den Corona-Toten? Nach wie vor sterben täglich zwischen 70 und 100 Person an oder durch Covid-19 – am Freitag waren es gar 141. Haben wir uns also einfach an die Toten gewöhnt?

    Genau diese Frage wollte die Sendungsmacher in der mittlerweile achtzehnten «Arena» zum Thema Coronavirus von den Gästen beantwortet haben.

    Ruth Humbel: «Nicht jeder Tod ist eine Katastrophe»

    CVP-Nationalrätin Ruth Humbel sorgte dabei – zumindest im Netz – gleich von Beginn weg für grosse Empörung, als sie sagte: «Wenn ein Mensch stirbt, ist es immer ein Verlust, aber es ist nicht jeder Tod eine Katastrophe.»

    Klar, das war nicht die einzige Aussage der höchsten Gesundheitspolitikerin in der gestrigen «Arena». Sie philosophierte anschliessend auch darüber, dass das Virus uns gezeigt habe, dass «unser Leben endlich ist» und wir «uns mit dem Tod auseinandersetzen müssen».

    Zudem war die Aussage eigentlich auch eher die Einleitung zu ihrer Erklärung, warum es bei weiteren Corona-Massnahmen eine gewisse Einordnung brauchen werde: «Klar sind tote Menschen zu betrauern, aber wie sieht es mit den ganzen anderen Schicksalen aus: Leben mit Existenzängsten oder psychischen Probleme».

    Und nicht zuletzt war natürlich auch für Humbel klar: «Selbstverständlich muss man Schutzmassnahmen ergreifen, um nicht zusätzliche Covid-Tote auszulösen.»

    Netz empört sich über Aussage von CVP-Humbel in der «Arena»

    Doch der Schaden war bereits angerichtet: Die Twitter-Gemeinde reagierte mit viel Empörung: «Ich würde Frau Humbel gerne mal erklären wie die Leute an Corona sterben! Sie sterben nicht in Würde, sie ersticken qualvoll», so ein User.

    Ein anderer Zuschauer der «Arena» meinte: «Jemand sollte ihr erklären, wofür das C in CVP steht. Unterirdische Aussage.» Corine Turrini Flury schreibt: «Ein Stich ins Herz für alle Hinterbliebenen. Für sie ist ein geliebter Mensch gestorben und das ist für Hinterbliebene sehr wohl eine Katastrophe».

    Schliesslich bietet Anja Keller-Fischer gleich mal ihre Hilfe an und schreibt: «Es kommt nicht jeder Tod unverhofft und nicht jeder ist unvermeidlich. Jedoch ist jeder Tod ein familiärer und/oder persönlicher, dramatischer Verlust.»

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