Gesundheitsminister Alain Berset sieht keine Alternative zur 93 Millionen Franken teuren Impfoffensive des Bundesrats.
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Bundesrat Alain Berset, spricht während einer Medienkonferenz nach einem Austausch mit Bundesrat Alain Berset und der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK), am Donnerstag, 21. Oktober 2021. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesundheitsminister Alain Berset will eine Impfoffensive lancieren.
  • Eine Impfquote von 71 Prozent sei angesichts der Delta-Variante zu niedrig.

Für Gesundheitsminister Alain Berset gibt es keine Alternative zu einer hohen Impfquote und einer neuen Impfoffensive. Auch an der Zertifikatspflicht will er einstweilen festhalten. In einem Interview mit CH-Media warnt er vor Problemen bei Reisen ins Ausland, wenn es bei der Abstimmung über das Covid-Gesetz zu einem Nein kommen sollte.

Die Impfquote von 71 Prozent in der Schweiz sei angesichts der ansteckenderen Delta-Variante zu niedrig, sagte Berset im Interview mit CH-Media.

Alain Berset: «Was ist die Alternative?»

«Was ist die Alternative? Mit der Schulter zucken und nichts tun?» Das sei keine Option, dies sähen die Kantone auch so.

«Wir müssen noch einmal alles versuchen.» Es würden sowieso alle mit dem Virus in Kontakt kommen. Die Frage sei einzig und alleine, wie die Immunisierung erfolgt: Per Impfung in einer kontrollierten, sicheren Weise oder per Infektion mit all den Risiken, die eine schwere Erkrankung mit sich bringt?

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Eine Person wird gegen das Coronavirus geimpft. - dpa

Alain Berset schlägt den verstärkten Einsatz von mobilen Impfzentren gerade in kleineren Orten vor. Pensionierte Medizinerinnen und Mediziner könnten dabei die Aufgabe übernehmen, sehr seltene Komplikationen zu behandeln. Kirchen oder Vereine könnten Informationsveranstaltungen organisieren. «Es braucht öffentliches Einstehen und Engagement für die Impfung, damit wir zusammen gut durch den Winter kommen.»

Eine Lockerung der Massnahmen sieht der Gesundheitsminister noch nicht vor. Dafür sei die Impfquote zu Beginn der kalten Jahreszeit noch zu tief. «Aber je mehr wir impfen und je mehr Leute sich parallel dazu anstecken, desto schneller können wir zum normalen Alltag übergehen. Wir wollen verhindern, dass die Spitalbelastung so steigt, dass der Bundesrat wieder harte Massnahmen beschliessen muss.»

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Coronavirus: Immer wieder gibt es ungeimpfte Personen, die aus Schamgefühlen zu spät zum Arzt gehen. - Keystone

«Zu früh für eine Flucht nach vorne»

Auf die Frage nach der Zertifikatspflicht antwortet Alain Berset, der Bundesrat werde sich die erweiterte Zertifikatspflicht im November noch einmal ansehen, jetzt sei es aber angesichts steigender Infektionszahlen und zunehmender Spitaleintritte «zu früh für eine Flucht nach vorne». Erleichterungen für Genesene seien jedoch möglich und verhältnismässig.

Der Gesundheitsminister warnt vor einer Ablehnung des Covid-Gesetzes. «Davon betroffen wäre nicht nur das Zertifikat. Auch Hilfsleistungen für Selbstständigerwerbende, Angestellte, Unternehmen, für Kultur, Sport oder Kitas und Regelungen wie die Befreiung von Geimpften von der Quarantänepflicht wären betroffen. Und auch für das Zertifikatssystem würde uns ab nächstem Frühling die gesetzliche Grundlage fehlen.»

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Das Covidzertifikat kommt künftig noch häufiger zum Einsatz. - Keystone

Das hiesse nicht, dass Schweizerinnen und Schweizer dann nicht mehr ins Ausland reisen könnten, doch es werde deutlich komplizierter , weil sie dann nicht mehr mit dem Zertifikat reisen könnten oder Einschränkungen im Reiseland in Kauf nehmen müssten.

Das Virus werde in weiten Teilen der Welt noch lange zirkulieren. Deshalb benötige man für internationale Reisen wohl noch länger ein Zertifikat. Er hoffe aber, dass man im Inland in absehbarer Zeit im nächsten Jahr schon kein Zertifikat mehr brauchen werde.

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