Katharina Wagner, Intendantin der Wagner-Festspiele in Bayreuth, will russische Künstlerinnen und Künstler nicht unter Generalverdacht stellen.
Bayreuther Festspiele
Hier finden die Bayreuther Festspiele statt. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Man dürfe «keine Sippenhaft» betreiben, sagte sie der «Süddeutschen Zeitung» (Montag).

«Hier arbeiten auch russische Künstler, die sich von der ersten Minute an klar positioniert haben. Der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der hier letztes Jahr den »Holländer« zusammen mit der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv gemacht hat, hat gleich zu Kriegsbeginn ein Foto mit sich und ihr gepostet. Das war ein deutliches Zeichen.»

Nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine waren viele russische Kulturschaffende wegen mangelnder Distanz zu Putin in die Kritik geraten.

Die Festspiele begannen am Montag. Die erste Aufführung des «Fliegenden Holländers» von Tcherniakov und Lyniv ist am 6. August zu sehen. Wagner lobte die Dirigentin: Lyniv nutze den «Bayreuther Werkstattgedanken, das Weiterentwickeln der Stücke».

In dem Interview bedauerte es Wagner ausserdem, dass es bislang noch keine fest installierte Übertragungstechnik im Festspielhaus gibt. Es sei ihr bislang nicht gelungen, «das finanziert zu kriegen». Jedes Jahr erneut Aufzeichnungen der Inszenierungen zu organisieren, sei sehr teuer.

Zu ihrer persönlichen Zukunft sagte die 44-Jährige, dass sie nicht wie ihr Vater Wolfgang Wagner weit über das Rentenalter hinaus Chefin der Festspiele bleiben möchte: «Nein, diese Vorstellung habe ich nicht.» Sie denke da eher an eine Zeit am Meer in Spanien.

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