Vier Stunden Elon Musk – die Doku, die alles in Frage stellt
Die Doku über Elon Musk von Alex Gibney läuft bei den Filmfestspielen Venedig und zeichnet ein finsteres Bild.

Über knapp vier Stunden zeichnet Regisseur Alex Gibney in seinem Film «Musk» den Werdegang des Tech-Milliardärs nach.
Die Doku feierte am 8. September 2026 ihre Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig.
Elon Musk stand für Interviews zu der Doku nicht zur Verfügung. Das hinderte Gibney allerdings kaum an einer schonungslosen Bestandsaufnahme, wie «Moviepilot» berichtet.
KI-Avatar statt echtem Elon Musk
Als Ersatz für fehlende Interviews setzte der Filmemacher auf einen KI-generierten Avatar des Protagonisten. Der Avatar gibt reale Aussagen von Elon Musk wieder, die Gibneys Team aus jahrzehntelangem Archivmaterial zusammengestellt hat, so «Moviepilot».
Laut «Filmdienst» habe Gibney bei der Pressekonferenz in Venedig gesagt, bei vielen Interviewanfragen sei ein Gefühl der Angst spürbar gewesen. Dies gelte sowohl für Musk-Kritiker als auch für Kollegen und Freunde des Milliardärs.
Zu den Interviewpartnern zählen dennoch Musks erste Ehefrau Justine sowie die Influencerin Ashley St. Clair. St. Clair ist Mutter eines Kindes von Elon Musk und weigerte sich laut «Moviepilot», eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen.
Die Doku zerlegt den Mythos Elon Musk
Gibneys zentrale These lautet laut dem «Filmdienst»: Elon Musk sei weniger ein genialer Ingenieur als vielmehr ein äusserst geschickter Hochstapler. Gibney selbst fasst es so zusammen: «Je mehr Macht Musk angehäuft hat, desto verantwortungsloser ist er geworden.»
Die Doku beleuchtet laut «Moviepilot» auch die Implementierung des «Autopiloten» bei Tesla-Modellen als Schlüsselkapitel. Mehrere tödliche Unfälle würden mit dem Fahrerassistenzsystem in Verbindung gebracht.
Besonders verstörend sei Musks erklärtes Ziel, durch möglichst viele eigene Kinder «Legion» zu werden und seine Gene weit zu verbreiten. Die Mütter behandle er laut der «taz» danach mitunter sehr respektlos.
Politische Dimension der Doku
Musks Einstieg in die Politik unter Donald Trump ist ebenfalls Teil des Films. Seine Hinwendung zur MAGA-Bewegung sei laut «Moviepilot» unter anderem ein Weg gewesen, Geschäftspraktiken vor Untersuchungen der Justiz zu schützen.

Der «Filmdienst» betont, ein zentrales Anliegen der Doku sei der demokratiegefährdende Effekt von Musks wachsendem Imperium. Der Oscar-prämierte Regisseur erhielt bei der Premiere in Venedig fünf Minuten Standing Ovations.
Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht. Eine Veröffentlichung bei HBO ist laut «Moviepilot» jedoch wahrscheinlich.
















