Tricia Tuttle bleibt Festivalchefin der Berlinale
Die Berlinale-Chefin Tricia Tuttle bleibt vorerst im Amt, nachdem Gremien ihre Zukunft in den letzten Tagen intensiv diskutierten.

Die Berlinale-Chefin Tricia Tuttle bleibt vorerst im Amt, obwohl es heftige Kritik an ihrer Leitung gibt. Die Zukunft der Festivalleitung wurde in den zuständigen Gremien in den letzten Tagen intensiv diskutiert.
Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin stehen damit weiterhin im Zentrum öffentlicher und politischer Debatten. Nach kontroversen Momenten während der Preisverleihung rückt die Rolle der Festivalchefin erneut ins Rampenlicht.
«Reuters» berichtet, dass die Bundesregierung die Situation in einer ausserordentlichen Sitzung erörterte. Am Ende fiel jedoch keine Entscheidung über eine Ablösung der Direktorin.
Tricia Tuttle im Kreuzfeuer: Kritik und Unterstützung bei Berlinale
Kritiker werfen Tuttle vor, nicht ausreichend auf kontroverse Äusserungen von Preisträgern während der Veranstaltung reagiert zu haben. Diese Reden enthielten unter anderem Vorwürfe gegen die deutsche Politik, die im Kontext der Gaza-Konflikte ein starkes Echo erzeugten.
Laut «Reuters» betonten einige Politiker, dass ein Festival dieser internationalen Grösse kein Ort für politische Hetze sein dürfe. Parallel regte sich auch breite Unterstützung für Tuttle innerhalb der Film- und Kulturszene Deutschlands sowie international.
Beschäftigte der Berlinale und Filmschaffende aus vielen Ländern sprachen sich öffentlich für ihre weitere Amtszeit aus. Eine Petition mit hunderten Unterzeichnern zeigte, dass viele die Freiheit künstlerischer Äusserungen als zentralen Wert des Festivals betrachten.
Unterstützung aus der Branche
Ein offener Brief der Berlinale-Mitarbeiter betonte die Verdienste der Direktorin trotz der aktuellen Polarisierung im öffentlichen Diskurs. In diesem Schreiben wurde unterstrichen, dass Tuttle persönlich sowie fachlich breite Anerkennung innerhalb der Organisation geniesst und verdient.
«The Hollywood Reporter» berichtet, dass mehr als 500 Mitarbeiter dieses Statement gemeinsam unterzeichneten, um Solidarität mit Tuttle zu zeigen. Die Debatte um die Zukunft Tuttles wurde begleitet von politischen Forderungen nach einem fairen und transparenten Verfahren.
Der Kulturpolitiker Sven Lehmann mahnte laut «news.de», dass ihre bisherigen Leistungen bei der Bewertung des Amts berücksichtigt werden müssten.
Berlinale-Debatte über Kunstfreiheit und politische Verantwortung
Die «Welt» dokumentiert diese Mahnung als Gegenpol zu harscher Medienschelte und politischem Druck innerhalb Berlins.

Tuttle leitet seit April 2024 die Berlinale, nachdem sie zuvor das BFI London Film Festival erfolgreich geführt hatte. Sie steht für einen offenen kulturellen Dialog, der künstlerische Freiheit und politische Verantwortung in Einklang bringen soll.
Laut «Reuters» spiegeln die Diskussionen um ihre Position tiefere Spannungen über Kunstfreiheit und Verantwortung grosser Kulturfestivals in Deutschland wider.












