Schutz vor Produzenten: Darum trägt Inka Bause kurze Haare

Luca Micheli
Luca Micheli

Deutschland,

Nach ihrer Zeit als DDR-Teeniestar fiel Inka Bause in ein berufliches Loch. Die Sängerin und Moderatorin kassierte Absagen – wegen übergriffiger Chefs.

Inka Bause
Inka Bause spricht über die weniger erfolgreichen Phasen ihrer Gesangs- und Moderationskarriere. - RTL

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Mauerfall geriet die Karriere von Sängerin und Moderatorin Inka Bause ins Stocken.
  • Für neue Jobs hätte sie sich persönlichen Wünschen von Produzenten hingeben müssen.
  • Gegen das übergriffige Verhalten wehrte sie sich – mit der Absage als Konsequenz.

Heute ist Inka Bause kaum noch von der Bildfläche wegzudenken. Seit über 20 Jahren ist sie das prägende Gesicht von «Bauer sucht Frau», wo sie einsamen Landwirten zum Liebesglück verhilft. Begonnen hat die heute 57-Jährige ihre Karriere im Rampenlicht aber nicht als Moderatorin, sondern als Sängerin.

Mit ihrem Song «Spielverderber» wurde sie Mitte der 1980er-Jahre zum Teeniestar der damaligen DDR. Es folgten die ersten Alben und Auftritte vor Kameras. Für die damalige Gesangsstudentin war es ein grosser Erfolg in jungen Jahren. Doch Anfang der 1990er-Jahre geriet Bauses Karriere zunächst ins Stocken.

Für die damals junge Inka war es eine Phase zwischen Enttäuschungen und Existenzängsten, die sie bis heute beschäftigt.

Im Interview mit dem Magazin «Myillu» erinnert sie sich an belastende Erlebnisse aus der damaligen Musik- und Fernsehbranche. «Nach der Wende ist mir das immer wieder passiert. Ich kam regelmässig nach Hause und heulte wie ein Schlosshund», gesteht Bause offen.

«Habe ums Überleben gekämpft»

Offenbar knüpften Verantwortliche aus der Chefetage persönliche Erwartungen an berufliche Chancen. Doch für die TV-Frau, die heute für ihren frechen Kurzhaarschnitt bekannt ist, war klar: Sie will sich niemals von einem Mann abhängig machen.

Inka Bause
Inka Bause erzählt von belastenden Erlebnissen, als sie sich in den 1990er-Jahren nach neuen Jobs in der Musik- und Fernsehbranche umsah. - getty images

Um sich selbst treu zu bleiben, musste sie allerdings berufliche Rückschläge hinnehmen. «Ich glaube, ich habe mir deswegen die Haare abgeschnitten. Weil es immer wieder auf das Eine mit den Produzenten hinauslief. Und wenn ich denen sagte, da läuft nichts, bekam ich den Job nicht», erzählt die Moderatorin.

Entsprechend gross war die Enttäuschung mitanzusehen, wie andere Frauen die begehrten Jobs bekommen hatten. Einmal mehr blieb die Chance, etwas Neues anzupacken, aus. Bei Inka Bause machten sich Existenzängste breit: «Ich war total verzweifelt, ich habe ja auch ums Überleben gekämpft, brauchte das Geld.»

Durchbruch mit «Bauer sucht Frau»

Pech im Job – dafür Glück in der Liebe. Es ist der Leitsatz, der die Sängerin damals verfolgt. Ihrem Jugendschwarm Hendrik Bruch (†2016) gab sie 1996 das Jawort. Kurz darauf kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt, die Ehe hielt neun Jahre. Trotz Familienglück musste die Karriere aber weitergehen.

Bause versuchte sich zunächst als Schauspielerin, bis nach der Jahrtausendwende der musikalische Erfolg zurückkam. Den endgültigen Durchbruch feierte die Moderatorin, die bereits im DDR-Fernsehen durch ihre eigene Sendung führte, im Jahr 2005 mit der RTL-Kuppelshow «Bauer sucht Frau».

Schaust du «Bauer sucht Frau»?

Fortan tauschte sie Glitzerkleid und Showtreppe gegen Gummistiefel und Mistgabel. Bis heute blickt die 57-Jährige dankbar auf diese Chance zurück. Auf einen ihrer damaligen Entdecker, einem Verantwortlichen der Produktion, singe sie dafür bis heute «ein Hohelied», wie Bause sagt.

Inka Bause
Seit 2005 ist Inka Bause das Aushängeschild der erfolgreichen RTL-Kuppelshow «Bauer sucht Frau». - RTL / Stefan Gregorowius

Dass sie für das Kultformat engagiert wurde, hängt laut Bause auch mit einer bestimmten Sache zusammen. Sie ist sich sicher: «Ich würde die Sendung nicht moderieren, wenn nicht die wichtigsten Entscheider homosexuell gewesen wären. Verrückt, oder?»

Inka Bause will 2028 «Aufhören!!!»

An einem Imagewechsel störte sich die TV-Frau damals nicht. Zu gross sei ihre Neugierde gewesen, erklärte sie im letzten Jahr im SWR-Podcast «Assenheimers Promitalk». Bause bezeichnete es als «Kompliment», vom damals grössten Privatsender Europas für ein solch «wichtiges Projekt» angefragt zu werden.

Und sie wusste, dass sie ein solches Angebot nicht einfach ausschlagen kann. «Das war mir schon klar, dass du da jetzt auch nicht einfach nein sagen kannst. Weil dann kommen die sowieso nicht nochmal.» Mittlerweile führt Bause eine Langzeitbeziehung mit ihrer Sendung, die noch immer mehrere Millionen Menschen vor die Bildschirme lockt.

Trotz des Erfolges und ihrer Begeisterung für diesen Job denkt die Moderatorin über ein mögliches Ende nach.

Für das Jahr 2028 hat sie sich eine Erinnerung mit dem Titel «Aufhören!!!» in ihren Kalender eingetragen. Nicht etwa, um einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Sondern, um sich zu reflektieren und intensiv über die Zukunft nachzudenken.

Kommentare

User #6301 (nicht angemeldet)

Jesses Gott! War die süss!

Sugus Experte

Ja, ja. Genau so. Zum Glück können wir selbst entscheiden was wir glauben wollen und was nicht.

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