Geburtstag

    Promi-Geburtstag vom 24. Dezember 2019: Pierre Soulages

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    Frankreich,

    Pierre Soulages malt seit 80 Jahren. Dabei setzt sich der Künstler vor allem mit der Farbe Schwarz auseinander. An Heiligabend wird er 100 Jahre alt. Sein Geburtstag wird in ganz Frankreich gefeiert.

    Pierre Soulages wird 100. Foto: Guillaume Horcajuelo/EPA/dpa
    Pierre Soulages wird 100. Foto: Guillaume Horcajuelo/EPA/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Pariser Louvre öffnet ihm für eine einzigartige Retrospektive einen seiner schönsten Säle, das Centre Pompidou zeigt seine historischen Werke, das Museum Fabre in Montpellier wirft ein neues Licht auf seine Kunst, und Rodez, seine Geburtstadt im Süden Frankreichs, würdigt den 100.

    Geburtstag von Pierre Soulages schon seit Anfang des Jahres.

    Sie alle feiern den Maler mit Ausstellungen, die Einblick in ein 80-jähriges Schaffen geben. Denn Soulages, der am 24. Dezember ein Jahrhundert alt wird, steht mit seinen 1,90 Metern noch immer vor der Leinwand.

    «Warum sollte ich aufhören?» lautet seine Antwort auf die Frage von Journalisten, ob er in seinem hohen Alter immer noch male. Als Beweis: Für seine im Louvre vor kurzem eröffnete Retrospektive hat er in seinem Atelier in der südfranzösischen Hafenstadt Sète eigens ein Triptychon gemalt. Zu sehen ist auf den drei monumentalen Werken dick aufgetragene schwarze Acrylfarbe, in die Soulages mit Bürsten, Eisenhaken und Spachteln Striche reingezogen hat: mal dicke, mal dünne, mal schräge, mal gerade. Keines der Bilder gleicht dem anderen.

    Soulages setzt sich seit Jahrzehnten mit der Farbe Schwarz auseinander. Das zeigt auch die Louvre-Retrospektive in dem prächtigen «Salon carré». Man habe mit wenigen Werken ein 80-jähriges Schaffen illustrieren wollen, sagte der Kurator Alfred Pacquement. Es ist die erste Retrospektive, die das Pariser Museum Soulages widmet. Eine ganz besondere Ehre, die zuvor nur Pablo Picasso und Marc Chagall zu ihrem 90. Geburtstag zuteil wurde.

    Die Louvre-Wahl fiel auf 19 meist grossformatige Bilder, die seine künstlerische Entwicklung markieren. Und dazu gehören seine ersten Arbeiten, die ab Mitte der 40er Jahre entstanden sind. Es sind Darstellungen, auf denen er mit Nussbeize, ein Material zum Aufpeppen alter Möbel, schwungvoll breite schwarz-bräunliche Linien geschaffen hat. In diesen Werken benutzte Soulages die Farbe Schwarz noch, um durch sie den Lichteffekt von Weiss und anderen Farben zum Ausdruck zu bringen.

    Im Jahr 1979 sollte sich das ändern. Er begann, die Leinwand ganz mit Schwarz zu bedecken und die Farbe zur Reflexion des Lichts zu nehmen. Überdimensionale Triptychen und Polyptychen sind entstanden, deren Struktur der schwarzen Farbpaste das Licht moduliert. «Outrenoir», Jenseits von Schwarz, nannte er diese Kompositionen, die seitdem seine Arbeit bestimmen.

    Die «Outrenoir» haben Soulages international bekannt gemacht. Dabei sind sie eher aus einer künstlerischen Krise heraus entstanden. Wie Soulages in mehreren Interviews erklärte, hatte er verzweifelt sein Atelier verlassen, nachdem er stundenlang vor einer Leinwand stand und ratlos mit der Farbe Schwarz experimentierte. Als er später in sein Atelier zurückkehrte, hatte sich das Schwarz über die ganze Leinwand verbreitet.

    Schwarz sei die erste Farbe in der Kunstgeschichte gewesen, erklärt Soulages seine Bildwelt. Mit dem Licht seien zwar die Farben geboren worden, doch das Schwarz habe es schon zuvor gegeben, so der Maler, der sich auch stets in Schwarz kleidet.

    Soulages wurde in Rodez im Jahr 1919 als Sohn eines Kutschenbauers geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er nach Paris, wo er die Künstler Hans Hartung und Francis Picabia kennenlernte. Sie waren, so wie er, Vertreter der informellen Kunst, der nicht geometrischen Abstraktion.

    In Rodez ist 2014 das Soulages-Museum mit rund 500 Werken des Künstlers eröffnet worden. Nur 40 Kilometer von seiner Geburtsstadt entfernt liegt Conques, wo sich die Klosterkirche Sainte-Foy befindet, für die er die heute weltweit bekannten Glasfenster entwarf: milchig-weiss, von schwarzen Bleibändern quer und diagonal durchzogen.

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