Premiere auf der Berlinale - Nick Cave im Studio

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    Der australische Musiker, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler Nick Cave ist ein alter Hase auf der Berlinale. In diesem Jahr setzt er jedoch einen anderen Fokus.

    Nick Cave, australischer Musiker, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler, in einer Szene des Films «This Much I Know To Be True». Foto: Bad Seed Ltd/Bad Seed Ltd/Berlinale/dpa
    Nick Cave, australischer Musiker, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler, in einer Szene des Films «This Much I Know To Be True». Foto: Bad Seed Ltd/Bad Seed Ltd/Berlinale/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nick Cave und die Berlinale verbindet eine lange Geschichte.

    Der australische Musiker, Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler war in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Filmen von, mit oder über ihn beim Berliner Festival. Diesmal steht seine Musik ganz im Mittelpunkt.

    «This Much I Know To Be True» zeigt ihn mit seinem kongenialen musikalischen Partner Warren Ellis während der Interpretation der gemeinsamen Alben «Ghosteen» und «Carnage». Der Film, für Cage erklärtermassen auch eine Alternative zur pandemiebedingten Bühnenabstinenz, feierte am Samstag während der Berlinale seine Premiere.

    Zum Beginn des Films nimmt Cave das Team mit in eine Werkstatt. Dort zeigt er von ihm entworfene Porzellanfiguren, die in 18 Episoden eine Geschichte des Werdegangs des Teufels erzählen. Es ist dies auch ein Hinweis auf religiöse Bezüge, die in Caves Musik immer wieder eine Rolle spielen.

    Regisseur Andrew Dominik hat bereits mehrfach mit Cave zusammengearbeitet. In «This Much I Know To Be True» lässt er Cave und Ellis ihre musikalischen Fantasien weitgehend im Dunkeln einer grossen alten Halle entwickeln. Das Duo agiert unter anderem mit einigen Sängerinnen und Sängern, die Ellis immer wieder in einer Mischung aus grosser Geste und inniger Hingabe anleitet. Ein kleines Streicherensemble stösst gelegentlich hinzu, ein Schlagzeuger. Dominik lässt die Szenerie weitgehend leer: ein paar Scheinwerfer, Caves Flügel, ein Schienenrund für den Kamerawagen.

    Intensiver Moment mit Marianne Faithfull

    Einen der vielen intensiven Momente im Film prägt Marianne Faithfull. Die von Krankheit und Schwäche gezeichnete Sängerin spricht einen Text für Cave ein. Dafür muss die 75-Jährige aber erst noch die Apparatur entfernen, die sie mit Sauerstoff versorgt. Ihre markante Stimme sampelt Ellis umgehend zu einer Grundlage für seine Soundcollage des nächsten Songs.

    In wenigen Szenen geben Gespräche mit Cave oder zwischen den beiden Musikern einen Eindruck der hochkomplexen künstlerischen Beziehung zwischen den beiden Männern, deren Zusammenspiel auch die Band Grinderman prägte und nun die Gruppe Nick Cave and the Bad Seeds. Was im Film stets inspirierend und kreativ wirkt, wird von Cave selbst durch den Hinweis auf viele schwierige Studiozeiten relativiert. Die Momente genialer musikalischer Arbeit seien «nur Schnipsel in einem Meer von Mist». Der Film ist voller Schnipsel.

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